Permakultur Garten anlegen

Zucchini

Zucchini (lat. Cucurbita pep var. cylindrica) gehören zur Familie der Cucurbitaceae (Kürbisgewächse).

Kultivierung im Garten

Anbau

Mit ihrer Aussaat beginnen wir Anfang April. Wir platzieren die Samen ca. 2 cm tief in unsere Pikiertöpfchen, gießen sie mit warmem Wasser an und stellen alles bei Raumtemperatur auf. Da Zucchini das Umtopfen sehr schlecht vertragen, pflanzen wir sie nur einmal (i.d.R. nach den Eisheiligen) an ihren endgültigen Standort ins Freiland um. Zwischen den einzelnen Exemplaren halten wir einen sehr großen Abstand von mindestens 50 cm ein, da sie regelrecht den Boden überwuchern.
Ab Juli beginnt die Ernte. Sollten die sommerlichen Temperaturen bis in den Herbst anhalten, tragen die Pflanzen auch im September oder sogar Oktober noch zahlreiche Früchte. Ihr solltet sie nicht zu groß heranwachsen lassen, da sie in der Mitte pelzig werden. Eine Länge von ca. 20 cm reicht absolut aus, um ihren Geschmack optimal zu entfalten. Außerdem gewährleistet eine regelmäßige Ernte, dass sich immer neue Blüten und Früchte bilden.

Saatgutgewinnung

Einige Exemplare, aus denen wir die Samen für das nächste Jahr gewinnen, verbleiben bis zuletzt im Beet. Vor Kälteeinbruch ernten wir sie allerdings ab und lagern sie Zuhause an einem hellen Ort (in diesem Fall im Vorbau). Sobald sich die Früchte gelb verfärben, entnehmen wir die Samen. Allerdings erneuern wir sie alle 3-4 Jahre komplett. Der Grund: sogenannte Rückmutationen können dazu führen, dass die extrem bittere und giftige Substanz Cucurbitacin, die eigentlich herausgezüchtet wurde, erneut enthalten ist. Das führte bereits zu tödlichen Vergiftungen unter den Hobbygärtnern.

Optimale Bedingungen

Zucchini benötigen viel Wärme und reagieren extrem empfindlich auf Kälte. Bereits Temperaturstürze unter 10°C hemmen das Wachstum, unter 5°C sterben sie ab. Um eine ideale Entwicklung zu gewährleisten, sollte das Klima um die 20°C betragen. Sobald die Temperatur abfällt, sollten die Pflanzen unbedingt mit einem Gartenvlies geschützt werden.
Die Kürbisgewächse bedürfen sehr viel Wasser und sollten in Dürreperioden regelmäßig gegossen werden. Allerdings neigen sie bei zu nassem und regnerischen Wetter schnell zur Fäulnis.
Als gute Vorgänger eignen sich Zwiebeln, Radieschen, Möhren, Kohlarten, Tomaten sowie Hülsenfrüchte. Ungünstig hingegen: Kürbis, Gurken, Melonen und Zucchini selbst.
Sie präferieren humusreiche Böden mit neutralem – schwach alkalischen pH-Wert. Am besten gedeihen die Früchte auf sonnigen und windgeschützten Beeten.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin B1 (ca. 0,2 mg): wichtiges Coenzym im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel; Erregungsleitung; Regeneration des Nervensystems
  • Vitamin B6 (ca. 0,1 mg): Protein- und Fettstoffwechsel; Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff); Immunfunktion; Bildung von Botenstoffen; Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Vitamin C (ca. 20 mg): Stimulierung des Immunsystems; Antioxidans und Radikalfänger; Hormonsynthese; Aufbau von Knochen, Bindegeweben, Zähnen
  • Vitamin H (ca. 2 µg): Kohlenhydrat-, Protein-, Fettstoffwechsel; Aufbau und Gesundheit von Haut, Haaren, Nägeln
  • Niacin (ca. 1 mg): Energiegewinnung (wasserstoffübertragendes Coenzym im gesamten Stoffwechsel); Regeneration von Haut und Muskeln; DNA-Replikation; Zelldifferenzierung
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 25 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 1 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil; Sauerstoffspeicherung- und transport; Energiegewinnung; Immunabwehr; Baustein von Enzymen
  • Magnesium (ca. 20 mg): Enzymaktivator bzw. -inhibitor; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Reizübertragung; Synthese von Fettsäuren und Proteinen; Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
  • Phosphat (ca. 30 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne; Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP); Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem; Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

In kühlen, dunklen (Keller)-Räumen halten sich Zucchini ca. 1-2 Wochen frisch. Untersucht die Früchte währenddessen unbedingt regelmäßig auf Schadstellen. Sobald sie eine weiche Konsistenz bekommen, solltet ihr sie verwerten.

Verarbeitung

Zucchini lassen sich sehr unkompliziert einfrosten: einfach waschen, in kleine Scheiben oder Würfel schneiden, mit Salz bestreuen und die ausgetretene Flüssigkeit abgießen. Alles anschließend gut abtrocknen und luftdicht verschlossen in TK-Beuteln einfrosten. Auf diese Weise halten sie ein knappes halbes Jahr.
Gerade in den heißen Sommermonaten ernähre ich mich fast ausschließlich rohköstlich. Unsere Exemplare verarbeite ich während der Zeit extrem gern als Zucchini-Spaghetti – einem Klassiker aus der rohveganen Szene. Weiterhin eignen sie sich perfekt als Nudelplattenersatz für eine Lowcarb-Lasagne. Meine Mutti bereitet sie vorzugsweise als überbackene Ofen-Zucchini zu.Wichtig: vor der Verarbeitung solltet ihr sie immer salzen, damit sie ihr Wasser verlieren.
Übrigens: auch die Blüten schmecken sehr delikat. Unbedingt austesten.

Auch für Süßspeisen perfekt geeignet

Last but not least noch ein kleiner Geheimtipp: Zucchini lassen sich auch grandios in Süßspeisen wie Kuchen oder Muffins integrieren. Der Teig bleibt auf diese Weise wunderbar saftig und erhält eine großartige Konsistenz, ohne dass die Früchte geschmacklich wahrgenommen werden. Vor allem in Kombination mit Kakao oder dunkler Schokolade ein absoluter Traum.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie  meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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