Vitamin D3

Vitamin D – das Sonnenvitamin

Unter dem Begriff Vitamin D werden diverse chemische Verbindungen zusammengefasst, die antirachitische (= im weitesten Sinn: knochenstärkend) Wirkungen entfalten. Hierzu zählen das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und das Vitamin D3 (Cholecalciferol). Oftmals wird die Dosierung in Pharmazie und Medizin in Internationalen Einheiten (IE) angegeben. Es gelten folgende Umrechnungsfaktoren:

  • 1 IE = 0,025 µg
  • 1 µg = 40 IE

Die geschätzte Reservekapazität unseres Körpers für Vitamin D liegt bei ca. 2-4 Monaten. Das Reservoire liegt hauptsächlich im Fettgewebe und zu einem geringen Anteil in der Skelettmuskulatur. Es ist den fettlöslichen Vitaminen zuzuordnen.

Funktionen

Vitamin D spielt eine zentrale Rolle bei folgenden Prozessen:

  • Stimulation der Calcium-Aufnahme und Knochenmineralisation
  • Stimulation der Synthese von calciumbindenden Proteinen
  • Knochen- und Zahnbildung
  • Immunmodulation
  • Regulation des Phosphatstoffwechsels

Wie äußert sich ein Mangel?

  • Knochenschmerzen
  • Knochenerweichung und erhöhte Bruchgefahr
  • Muskelkrämpfe- und schwäche
  • Rachitis bei Kindern (Verformungen von Knochen und Schädel)
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Schwindel
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen
  • Herz-Rhythmus-Störungen

Symptome einer Überdosierung

  • Nierensteine
  • Erbrechen und Übelkeit
  • Verkalkungen

Bedarfsdeckung

Wie hoch genau der Tagesbedarf an Vitamin D ausfallen sollte, lässt sich nicht allgemeingültig festlegen. Der Grund: jeder Organismus synthetisiert unterschiedlich viel körpereigenes Vitamin D – nach Abhängigkeit verschiedener Faktoren wie Alter, Hauttyp, Wohnort,  Lebensgewohnheiten usw. Bei einer fehlenden endogenen Synthese sollte die externe Zufuhr laut DGE bei ca. 50 µg pro Tag liegen. Nachfolgend findet ihr einige Quellen, die zur Deckung des Bedarfs beitragen. Die Mengen beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Nahrungsmittels. Dabei berücksichtige ich sowohl Herkunftsquellen, die sich für Anhänger der omnivoren als auch der pflanzenbasierten Ernährungsform eignen. Allerdings spielt die Ernährung nur eine untergeordnete Rolle für die Vitamin-D-Versorgung.

tierisch
  • Fisch z.B. Hering, Lachs (ca. 25 µg bzw. 15 µg)
  • Geflügelleber (ca. 2 µg)
  • Hühnereier (ca. 5 µg)
pflanzlich
  • Pilze z.B. Speisemorcheln, Steinpilz (beide ca. 3 µg)
  • Avocados (ca. 4 µg)

Eigensynthese von Vitamin D

Das Vitamin D3 wird mithilfe der UVB-Strahlung der Sonne aus dem Cholesterin-Abkömmling 7-Dehydrocholesterol direkt in der Haut gebildet. Zunächst entsteht hierbei das Prävitamin D3, welches dann durch die Erwärmung in das eigentliche Cholecaliferol umgewandelt wird.
Vitamin D3 entfaltet – wie ihr bereits gesehen habt – sehr viele hormonelle Wirkungen. Dazu durchläuft es im Organismus diverse Umwandlungsschritte in verschiedene Metaboliten. Dabei unterscheidet man zwei Wirkungsmechanismen:

  1. Endokriner Weg: hier entsteht zunächst in der Leber das Calcidiol (25-Hydroxy-D3), welches zwecks besseren Transports an das DBP (Vitamin-D-bindendes Protein) andockt. Daraus wird in der Niere mithilfe von Cytochrom-P-Enzymen das Calcitriol gebildet.
  2. Autokriner Weg: die Umwandlung in Calcitriol erfolgt hier direkt in den Zielzellen.

Nachfolgend stelle ich euch den Vorgang noch einmal schematisch stark vereinfacht dar:

Vitamin D Spiegel unbedingt im Auge behalten

Trotz Unterstützung durch diesen körpereigenen Synthese-Mechanismus gestaltet sich die Bedarfsdeckung über eine ausgewogener Ernährung sehr schwierig. Zwar tragen Fische, Morcheln oder Steinpilze zur Stabilisierung des Vitamin-D-Spiegel bei, allerdings eignet sich ein tägliches 30-minütiges Sonnenbad am besten, was natürlich in der kalten Jahreszeit nur bedingt möglich sein wird. Aus diesem Grund solltet ihr regelmäßig euren D3-Spiegel überprüfen lassen – vor allem, wenn bei euch die oben genannten Symptome auftreten.

Falls euch noch Fragen zum Thema einfallen, dann stellt sie mir gern in den Kommentaren oder auf meiner Facebook-Seite.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007, meinen persönlichen Erfahrungen sowie der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Physiologie“ aus dem 3. Semester – Dozent: Prof. Dr. Hans-Georg Schaible
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Schmidt, R.: Physiologie kompakt, 4. Auflage, Springer Verlag 2001
  • Biesalski, H.; Grimm, P.; Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2015
  • Fink, E.: Ernährung und Diätetik für die Kitteltasche, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2002
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • www.dge.de

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