Gesunde Fette

Vitamin B1 – das Nervenvitamin

Vitamin B1 alias Thiamin gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Die geschätzte Reservekapazität unseres Organismus liegt bei 4-10 Tagen – mit anderen Worten: unser Körper ist nicht in der Lage B1 längerfristig zu speichern.

Funktionen

Vitamin B1 spielt eine zentrale Rolle bei folgenden Prozessen:

  • wichtiges Coenzym im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel
  • Erregungsleitung
  • Regeneration des Nervensystems

Wie äußert sich ein Mangel?

  • Appetitlosigkeit
  • Muskelschwäche
  • Nervenentzündung
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwäche

Symptome einer Überdosierung

… sind auch bei einer erhöhten Zufuhr Vitamin B1 reicher Nahrungsmittel nicht bekannt bzw. wurden bisher nicht beobachtet.

Bedarfsdeckung

Die empfohlene Tageszufuhr für Erwachsene liegt bei ca. 1-1,2 mg. Nachfolgend findet ihr einige Quellen, die zur Deckung des Bedarfs beitragen. Die Mengen beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Nahrungsmittels. Dabei berücksichtige ich sowohl Herkunftsquellen, die sich für Anhänger der omnivoren als auch der pflanzenbasierten Ernährungsform eignen.

tierisch
  • Schweinefilet (ca. 1 mg)
  • Scholle (ca. 0,2 mg)
  • Thunfisch (ca .0,2 mg)
pflanzlich
  • Nüsse z.B. Paranüsse, Pekannüsse (ca. 1 mg bzw. 0,8 mg)
  • Kerne z.B. Sonnenblumenkerne, Pinienkerne (ca. 2 mg bzw. 1,3 mg)
  • Kartoffeln (ca. 0,1 mg)
  • Spinat (ca. 0,1 mg)
  • Löwenzahn (ca. 0,2 mg)
  • Erbsen (ca. 0,3 mg)
  • Weizenkeime, getrocknet (ca. 2 mg)
  • Haferflocken (ca. 0,5 mg)

Wie die meisten Vertreter ist auch dieses Vitamin thermolabil, so dass ca. 80% beim Erhitzen zerstört werden. Daneben reagiert es auch auf Sauerstoff und UV-Strahlung empfindlich. Aus diesem Grund solltet ihr alle Vitamin-B1-Lieferanten schonend verarbeiten und garen. Bei einer ausgewogenen Ernährung tritt ein Mangel an B1 in Deutschland extrem selten auf, da wir ausreichend damit versorgt sind. Allerdings können chronische Darmerkrankungen (Zöliakie, Morbus Crohn) zu einem Defizit führen.

Falls euch noch Fragen zum Thema einfallen, dann stellt sie mir gern in den Kommentaren oder auf meiner Facebook-Seite.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007, meinen persönlichen Erfahrungen sowie der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Physiologie“ aus dem 3. Semester – Dozent: Prof. Dr. Hans-Georg Schaible
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Schmidt, R.: Physiologie kompakt, 4. Auflage, Springer Verlag 2001
  • Biesalski, H.; Grimm, P.; Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2015
  • Fink, E.: Ernährung und Diätetik für die Kitteltasche, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2002
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • www.dge.de

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.