Permakultur Garten anlegen

„Veganismus ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Genau diesen Satz habe ich aus diversen Mündern nur allzu oft gehört. Das mag auch für Ballungsgebiete wie Berlin, München oder Leipzig zutreffen, doch in meiner Gegend ruft der Begriff viele Fragezeichen hervor. Denn Mitten im Grünen Herzen Deutschlands – in der Hochburg der Thüringer Rostbratwürste und Brätel, sind die „Vfreunde“ der pflanzlichen Ernährung leider völlig unterrepräsentiert.
Genau das möchte Fanny’s Vitalkost ändern. Getreu meines Credos „Inspirieren statt Missionieren“ möchte ich die pflanzliche Ernährung auch in Thüringen etablieren und aus ihrem Nischendasein befreien. Nur knapp eine Stunde entfernt von unserer Landeshauptstadt Erfurt  in einem idyllischen kleinen Dörfchen direkt an den Ilmwiesen liegt mein Domizil inklusive eigenen Permakultur-Selbstversorgergarten. Im Rahmen dessen biete ich viele „clegane“ Rezeptinspirationen, die sich einfach und schnell in jeden Alltag integrieren lassen. Vollwertigkeit statt Puddingveganer!
Alle Anhänger der pflanzlichen Ernährung bzw. die, die es werden möchten, aber auch alle, die einfach nur neugierig und aufgeschlossen sind, lade ich ganz herzlich ein die facettenreiche Vielfalt des veganen Lebensstils zu erforschen.

„Yes, ve gan.“ – Gründe für mehr Grün

  • Vegan für die Tiere: Lebewesen mit eigenständigen Persönlichkeiten und Schmerzempfinden sollten nicht länger als Massenware betrachtet werden.
  • Vegan für die Umwelt: Ein hoher Fleischkonsum gehört nicht nur zu den Hauptverursachern schädlicher Treibhausgase, sondern fördert weiterhin die Abholzung des Regenwaldes und die Verschmutzung des  Grundwassers.
  • Vegan für die Gesundheit: Pflanzen statt Pharmaka! Als Apothekerin habe ich unmittelbar miterlebt wie eine pflanzenbasierte Kost bei meinen Kunden wahre Wunder bewirken konnte und sich positiv auf sämtliche Zivilisationskrankheiten inklusive Adipositas, Diabetes, Hypercholesterinämie, metabolisches Syndrom, Bluthochdruck oder psychosomatische Störungen.

Mein „Veg“ zur tierleidfreien Ernährung

„Vegetarisch? Hm, ja wäre für mich vorstellbar. Aber vegan? Nee. So könnte ich nicht leben…“ dachte sich vermutlich nahezu jeder Veganer bevor er zur tierleidfreien Ernährungsform wechselte. Da bilde auch ich keine Ausnahme. Obwohl ich – wenn ich im Nachhinein darüber reflektiere – eigentlich schon immer der prädestinierte Veganer war. Dennoch habe ich über 30 Jahre meines Lebens benötigt, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Vermutlich unter anderem, weil ich – als ich noch im gesellschaftlichen Hamsterrad gefangen war – nie wirklich Zeit fand, um die Hintergründe zu recherchieren und in mich hineinzuspüren.

Die Anfänge:

Dank meines Opas und dessen riesigen Permakultur-Gartens, den meine Mutti und ich mittlerweile als sein Vermächtnis übernommen haben, entwickelte ich bereits von Kindesbeinen an eine extrem hohe Affinität zu Obst und Gemüse. Fleisch und Wurstwaren, für die wir Thüringer (traurige) Berühmtheit erlangten, habe ich nach Möglichkeit gemieden.
Glücklicherweise legte meine gesundheitsbewusste Mutti schon immer großen Wert auf Qualität der Lebensmittel. Sie erwarb bereits hochwertige Bioprodukte zu einer Zeit, in welcher das nächstgelegene Reformhaus noch über eine Autostunde entfernt lag.
Aus dieser Erfahrung heraus ernährte ich mich während meiner Teenie- und Studienzeit fast ausschließlich vegetarisch – streckenweise sogar vegan (jedoch unbewusst und eher zufällig ohne explizite Intension). Gemüse war seit frühester Kindheit mein Fleisch.
Auch Kuhmilch habe ich nur in Ausnahmefällen konsumiert, da ich sensitiv auf Laktose reagiere. Außerdem zähle ich auch nicht zu den großen Käse-Liebhabern. Naturjoghurt habe ich allerdings sehr gern verzehrt. Doch hierfür habe ich eine großartige vegane Alternative kreiert, die ich mit größere Wonne verzehre als ihr tierisches Pendant.
Der Zugang zum Genuss von Meeresfrüchten blieb mir ebenfalls verwehrt. Fisch oder Garnelen habe ich relativ ungern, aber dennoch aus Vernunft verzehrt, da ich seit jeher unter Jodmangel leide und zur Schilddrüsenunterfunktion tendiere. So ernährte ich mich einige Zeit pescetarisch. Da für mich eine Jodsupplementierung nie zur Debatte stand, bin ich umso glücklicher, dass ich einen adäquaten Ersatz in Form von Makroalgen gefunden habe (v.a. Meeresspaghetti gehören zu meinen absoluten Favoriten und ich integriere sie regelmäßig in meine Mahlzeiten). Oftmals snacke ich sie auch sehr gern zwischendurch.

Die Umbruchphase:

Ausgehend von einem tragischen Ereignis in meinem 30. Lebensjahr begann ich mich selbst zu reflektieren, meine bisherigen Glaubensgrundsätze zu hinterfragen und endlich dem gesellschaftlichen Hamsterrad zu entfliehen, in welches ich hineingedrängt wurde. Im Zuge dessen begann ich auch meine Ernährung umzustellen und entdeckte das Prinzip des „Clean Eatings“ für mich – vermeide also Weißmehlprodukte, Kristallzucker und Convenience-Food. Obwohl ich mich damals noch vegetarisch bzw. pescetarisch ernährt habe, besuchte ich während dieser Zeit bereits viele vegane Events und auch einige Rohkostpotlucks. Dort traf ich auf viele großartige Gleichgesinnte, mit denen ich Erfahrungen austauschte. Sie haben bestätigt, dass sie sich durch die tierleidfreie Kost nicht nur wesentlich gesünder, vitaler, ausgeruhter oder leistungsfähiger fühlen, sondern auch mit ruhigerem Gewissen leben können, da sie das Leid und die Qualen der Geschöpfe nicht mehr in sich tragen.
Als großer Tierfreund und stolze Besitzerin von 3 Katzen und 10 Hühnern habe ich die Massentierhaltung zu keinem Zeitpunkt meines bisherigen Lebens unterstützt und solche Produkte auch während meiner flexitarischen Zeit aus Prinzip nie konsumiert. Nicht zuletzt Dank meiner Mum, die – wie bereits erwähnt – stets auf Qualität, Saisonalität, Regionalität und Nachhaltigkeit der produzierten Lebensmittel achtete.

Der Moment der Erkenntnis:

Dann folgte mein persönliches Schlüsselerlebnis: Mutti und ich waren gerade auf der Rücktour von einem Tagesausflug zur Wartburg in Eisenach. Wir verließen gerade die Autobahn und mussten in der Abfahrt an einer roten Ampel halten. Ich saß auf dem Beifahrersitz. Plötzlich erschien wie aus dem Nichts ein LKW direkt neben mir auf der rechten Seite. Erst beim zweiten Hinsehen realisierte ich: es handelte sich um einen Tiertransport. Eng zusammengepfercht lugten mir zahlreiche große braune traurige Kuh-Augen entgegen, die meinen Blick kreuzten. Die armen Wesen ahnten sehr genau, welches Schicksal sie erwartet. Vor ihrer Angst und Verzweiflung, die sich ausstrahlten, konnte ich mich nicht länger verschließen. Nie werde ich ihre große braunen, tränengefüllten Augen vergessen, die mich in dem Moment anvisierten.
Beim Anfahren wandte ich mich an meine Mutti und meinte: „Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder tierische Produkte verzehren kann bzw. möchte. Dieser Anblick wird mich mein Leben lang verfolgen.“
Die Reaktion ihrerseits fiel wenig überraschend aus und sie bewies einmal mehr ihren fortschrittlichen und toleranten Sprit. „Tu, was du für richtig hälst, Fanny. Egal wohin dich deine Reise führt, ich stehe dir unterstützend zur Seite.“
Seit diesem Tag ernähre ich mich vegan – gehöre aber nicht zu den Dogmatikern. Ich akzeptiere und interessiere mich genauso für anderen Ernährungsformen – sei es paleo, rohköstlich, high carb oder flexitarisch.

Meine gesamte Verwandtschaft und mein soziales Umfeld ernährt sich omnivor, was ich akzeptiere und respektiere, denn getreu meines Credos „Inspirieren statt Missionieren“ liegt es mir fern irgendjemanden gegen seinen Willen zu „veganisieren“. Vielmehr möchte ich Anregungen und Inputs liefern mehr Pflanzen und weniger Tierleid in den Ernährungsplan zu integrieren.