Vegane Donauwelle ohne Zucker

„Rohnauwelle“ – vegane Neuinterpretation eines Klassikers

Sommerzeit ist Kirschenzeit! Auch dieses Jahr werden wir mit einem reichhaltigen Angebot gesegnet. Um diese fantastischen Früchte würdig zu zelebrieren, habe ich die Umsetzung eines konventionellen Klassikers und gleichzeitig Alltime-Favorits meiner Oma in Angriff genommen.. Resultat: meine vegane Donauwelle 2.0 a.k.a. „Rohnauwelle“. Wie diese Titulierung zustande kamen, erfahrt ihr am Ende. Die originelle Deklaration stammt nämlich nicht von mir.
Zunächst jedoch erst einmal zum Rezept – denkbar einfach, aber vor allem wie immer superlecker. Dazu noch frei von raffinierten Zucker, Gluten und Tierleid.

Zutaten für 1 Springform ∅ 18 cm

Boden:

  • 100 g Mandeln
  • 100 g gedörrte Sauerkirschen
  • 3 EL Erdmandeln
  • 1 EL Yaconsirup
  • 1 Prise Salz
  • ca. 100 g entsteinte Süßkirschen

Schoko-Algenbuttercreme:

  • 120 g Cashewmus (alternativ: eingeweichte Cashews)
  • 4 EL Kokosöl
  • 1 EL Algaedrink (alternativ: BOBEI)
  • 2 EL Yaconsirup
  • 1 EL Lucuma
  • ½ TL Vanille
  • 2 EL Kakaopulver
  • 2 EL Kakaonibs

Kirsch-Algenbuttercreme:

  • 120 g Cashewmus (alternativ: eingeweichte Cashews)
  • 4 EL Kokosöl
  • 1 EL Algaedrink (alternativ: BOBEI)
  • 2 EL Yaconsirup
  • 1 EL Lucuma
  • ½ TL Vanille
  • ca. 300 g entsteinte Süßkirschen

Schoko-Glasur:

Zubereitung

  • Vorbereitung:
    • Springformboden mit Backpapier auslegen
    • Kirschen waschen und entkernen
    • Kirschen für Füllung klein schneiden und gut! abtrocknen
    • Kirschen für Boden halbieren oder vierteln (je nach Größe)
    • Kokosöl schmelzen
  • Boden:
    • ca.  der Mandeln und komplette Menge Erdmandeln im Blender mixen, in Schüssel füllen und mit Yaconsirup und Salz vermengen
    • gedörrte Sauerkirschen ggf. kurz einweichen, pürieren und zu trockenen Zutaten geben
    • alles zu homogenem Teig verarbeiten, Boden in Form geben und festdrücken
    • Kirschhälften auf Boden verteilen und kühl stellen
  • Schoko-Algenbuttercreme:
    • alle Zutaten für 1. Schicht zu homogener Masse verarbeiten
    • gleichmäßig auf Kirsch-Boden verteilen und gut durchkühlen
  • Kirsch-Algenbuttercreme:
    • alle Zutaten für 2. Schicht (außer Kirschen) zu homogener Masse verarbeiten
    • klein geschnittene, abgetupfte Kirschen vorsichtig unterheben
    • Füllung auf 1. Schicht gleichmäßig verteilen und erneut gut durchkühlen
  • Grundmasse d. Rohkostschokolade als Deko darübergießen, Wellenmuster ziehen und kühl stellen

Und fertig ist die vegane Donauwelle. Die Sauerkirschen, die ich direkt in den Boden integriert habe, sind optional, aber ich hatte vor einigen Tagen eine riesige Menge geerntet und einen Teil davon in meinem Dörrgerät dehydriert. Sie wirken der karamellig-malzigen Süße des Yaconsirups perfekt entgegen und intensivieren gleichzeitig das Kirscharoma. Meine Sorten, die auf unseren Streuobstwiesen gedeihen, besitzen eine intensive Süßkraft, so dass ich den Anteil des Sirups relativ gering gehalten habe. Hier könnt ihr komplett nach eurem Gusto abschmecken bzw. auf eine andere gesunde Zuckeralternative eurer Präferenz zurückgreifen.

Vegane Buttercreme – eine Mikroalge macht’s möglich

Der Algae Drink aus einer goldenen fermentierten Chlorella-Alge ist die Geheimzutat. Dadurch erhalten die Füllungen nicht nur die perfekte Konsistenz, sondern er liefert gleichzeitig auch eine ganz dezente Butternote, die die Vollmundigkeit der beiden Cremes verstärkt. Die Idee ihn zu integrieren, entstand durch mein „Algenbutter“-Rezept, welches ich vor einiger Zeit kreiert habe.
Für die Glasur habe ich die Hälfte meines Grundrezepts für rohvegane Schokolade verwendet, allerdings auch hier den Anteil des Süßungsmittels reduziert.

„Rohnauwelle“ mit vielen Vorteilen

Ihr benötigt für die Herstellung der Torte keinen Hochleistungsmixer. Wenn ihr Cashewmus als Basis verwendet, dann reicht ein einfacher Handmixer oder ein Schneebesen. Ansonsten könnt ihr auch eingeweichte Cashews verarbeiten. Hier benötigt ihr allerdings einen leistungsstarken Mixer und ihr solltet noch ein wenig Flüssigkeit ergänzen. Ein weiterer großer Pluspunkt: die Teige und Füllungen für die vegane Donauwelle sind an sich schnell zusammengemixt. Lediglich die Kühlzeiten und das Entsteinen der Kirschen stellen eine kleine Geduldsprobe dar. Aber (um es bereits vorweg zu nehmen) ich verspreche euch, es lohnt sich definitiv.
Als ich gerade dabei war die Torte zu portionieren, bekam ich spontanen Besuch von meiner Mutti und Oma in der Küche.
„Oooh, Fanny, hast du etwa Donauwelle gebacken?“ fragte meine Oma gleich Feuer und Flamme.
Meine Antwort – ein klares „Jein, aber testet selbst.“

Spannender Moment: der Geschmackstest

„Mmmmh, Wahnsinn. Ein absolutes Träumchen. Die schmeckt mal wieder extrem fannytastisch. So intensiv fruchtig durch unsere frischen Kirschen und vor allem ohne diese klassische penetrante Süße.“ schwärmte meine Mutti.
„Ich muss ehrlich sagen“ – erwiderte meine Oma – „die schmeckt mir sogar noch eine Spur besser als die nach meinem Rezept. Sie ist fruchtiger und leichter. Bestimmt, weil sie vegan ist, oder?“ – „Ja Oma, nicht nur vegan, sondern auch rohköstlich.“
„Wie, die ist gar nicht gebacken?“ wunderte sich meine Oma.
„Deshalb diese intensive Fruchtigkeit.“ analysierte meine Mum. „Ich kann verstehen, dass du fast nur noch Rohkosttorten zubereitest. Die Aromen bleiben viel besser erhalten. Dann hast du sozusagen eine ‚Rohauwelle‘ kreiert.“
So entstand schlussendlich der Name – Dank meiner Mutti.

Persönliches Fazit

Ich selbst konnte der klassischen Version nie viel abgewinnen, auch wenn sie zu den allseits beliebten Familienklassikern gehörte. Der Mandel-Rührteig-Boden war mir immer viel zu trocken und die Vanille-Buttercreme zu mächtig. Aber diese vegane Donauwelle hat mir ausgezeichnet geschmeckt. Ansonsten hätte ich auch das Rezept nicht mit euch geteilt 😊. Durch den hohen Anteil an Kirschen wird der Cremefüllung die Mächtigkeit genommen und gleichzeitig eine fruchtige Süße vermittelt, die durch die karamellig-mangoähnliche Note des Lucumapulvers akzentuiert wird. Dadurch entsteht eine grandiose geschmacklich ausbalancierte Harmonie der einzelnen Komponenten. Das intensiv herbe Schokoaroma der beiden Kakaoerzeugnisse komplettiert die Gesamtkomposition.

Deshalb meine Empfehlung an euch: probiert meine vegane Donauwelle unbedingt aus. Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Wünsche habt, schreibt sie mir gern in die Kommentare oder kontaktiert mich via Facebook.

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