Turbo-Brotaufstrich: vegane „Butter“ auf Algenbasis – nur 3 Zutaten

Diesen Tag werde ich mir definitiv rot im Kalender markieren. Unglaublich! Meine Mutti hat sich bereits seit ich denken kann immer extrem gesund und pflanzenbasiert ernährt, doch ein – sagen wir mal – nicht ganz so optimales Produkt hat sie sehr extensiv in ihren Speiseplan integriert – die Butter. Während ich diesem Erzeugnis noch nie etwas abgewinnen konnte, erfreute es sich bei ihr vor allem als Brotaufstrich extremer Beliebtheit. Allerdings ist meiner Mutti immer klar gewesen, dass zu viele tierischen Fette sich eher kontraproduktiv auf den Organismus auswirken und hat sich nach diversen Alternativen umgeschaut. Vergeblich, denn die ganzen Pflanzenmargarinen mit ihren ellenlangen Zutatenlisten konnten alles andere nur nicht überzeugen.
Doch ab dem jetzigen Zeitpunkt hat die Suche ein Ende. Ich habe es tatsächlich vollbracht und einen adäquaten Butterersatz aus nur 3 Zutaten kreiert, der ihr noch besser schmeckt als das Original. Das Verblüffende: als Basis dient eine Mikroalge.

Zutaten für ca. 4 Portionen:

  • 4 EL goldene Chlorella (z.B. Algae Drink; alternativ: BOBEI)
  • 1-2 TL Kokosöl
  • 3 EL Wasser

Zubereitung:

  • Kokosöl schmelzen und in Schüssel mit Algae Drink oder BOBEI und Wasser homogenisieren bis Klümpchen komplett aufgelöst sind
  • alles abfüllen in Weckglas und im Kühlschrank lagern

Inspiriert wurde ich hierbei von Kirstin Knufmann, der Firmengründerin von PureRaw, die auf der VeggieWorld in Rheinmain einen Vortrag über Algen hielt und zum Verkosten u.a. einen Brotaufstrich auf Basis einer goldenen, fermentierten Chlorella kredenzte. Bereits damals war ich verblüfft über die buttrige und cremige Konsistenz. Daraus entstand letzten Endes diese geniale vegane Algenbutter, die mit ihrem vollmundigen Geschmack meine Mutti voll und ganz überzeugen konnte. Und auch ich muss gestehen: ich habe mich bereits mehrmals beim Naschen ertappt, obwohl ich auch zu meinen omnivoren Zeiten sehr wenig Butter verzehrt habe – schon gar nicht als Brotaufstrich.
Diese Basisversion könnt ihr jetzt noch nach Belieben verfeinern. Integriert z.B. Wildgrün und ihr erhaltet eine Kräuterbutter. Aktuell bietet sich vor allem der Bärlauch an, der gerade Saison hat.
Am besten lagert ihr die Algenbutter im Kühlschrank und entnehmt sie ca. 30 Minuten vor Verzehr – genau wie letzten Endes ihr tierisches Pendant.
Die goldene Chlorella besticht außerdem durch ihre ausgezeichneten Nährwerte, denn von den 45% Fett (was zunächst sehr hoch erscheinen mag) entfällt der Löwenanteil auf die einfach bzw. mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System auswirken. Sie reduzieren sowohl das Gesamtcholesterin als auch das „schlechte“ LDL und verbessern gleichzeitig das „gute“ HDL. Daneben besteht Chlorella zu knapp 20% aus Ballaststoffen, die unsere Verdauung fördern und auf diese Weise einen entscheidenden Beitrag zur Darmgesundheit leisten. An Mikronährstoffen enthält sie vor allem Jod, von dem hier in Deutschland ein allgemeiner Mangel herrscht. Es wird vor allem zur Aufrechterhaltung der Schilddrüsenfunktion benötigt.
Die Chlorella wird für die Zubereitung in einem speziellen Fermentationsverfahren gewonnen; anschließend schonend getrocknet und aufgeschlossen. Sämtliche Aromen und Inhaltsstoffe der Mikroalge sind sofort präsent, wodurch die vollmundige Butternote und die charakteristische gelbe Farbe entsteht.
Übrigens lässt sich das Pulver auch ausgezeichnet zu Backen verwenden. Ich habe es bereits bei diesen niedlichen Hefehäschen zum Einsatz gebracht und ein konventionelles Rezept auf die Art und Weise erfolgreich veganisiert – ohne, dass es meiner omnivoren Verwandtschaft zu Ostern auffiel.

Falls ihr eine gesunde vegane Alternative für Butter oder Pflanzenmargarine sucht, dann probiert das Rezept unbedingt einmal aus und übermittelt mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder auf Facebook. Genauso freue ich mich über Fotos auf Instagram, wo ihr mich gern mit dem Hashtag #fit4fanny verlinken könnt.

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Comments

  1. Deine Mutter hat insofern den richtigen Instinkt, als dass die üblichen Butteralternativen, nämlich (industriell gefertigte) Margarinen aller Art, noch viel weniger empfehlenswert sind. Aber nach dem Umstieg auf Rohkost ist mein Appetit auf Butter völlig weg, dafür gibt es inzwischen leckere Alternativen (wie z.B. jetzt auch deine Aufstrichalternative). Manchmal nehme ich ein wenig von Urs Hochstrassers Mandelpüree, das macht auch solch einen Geschmack als sei Butter dabei.

    1. Ja definitiv. Ich habe mittlerweile auch einige Standardrezepte für Aufstriche kreiert. Da braucht’s weder Butter noch Margarine.

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