Permakultur Garten anlegen

Sellerie

Sellerie (lat. Apium graveolens) gehört zur Familie der Apiaceae (Doldengewächse).

Kultivierung im Garten

Anbau

Mit der Anzucht beginnen wir Anfang März. Vor der eigentlichen Aussaat lassen wir die Samen einige Tage ankeimen. Danach platzieren wir sie ca. 2 cm tief in Anzuchtkästen. Die stellen wir in der Vorratskammer des Hauses auf, denn dort herrscht Zimmertemperatur. Sobald sich die ersten Blätter zeigen, werden die Setzlinge pikiert. Dabei darf der Ansatz, an welchem diese herauswachsen, nicht mit Erde bedeckt werden. Mitte Mai setzen wir die Jungpflanzen an ihren endgültigen Standort ins Freiland. Obwohl der ausgewachsene Sellerie auch kurze Frostperioden verträgt, solltet ihr die Jungpflanzen nicht der Kälte aussetzen, da sie auf diese Weise schossen, so dass die Knolle nicht mehr genießbar ist. Geerntet wird er bei uns ab Anfang September.

Optimale Bedingungen

Sellerie benötigt neutrale bis schwach basische und lockere Böden. Am besten gedeiht er im Halbschatten.
Als gute Vorgänger haben sich Kartoffeln, Gurken, Zucchini, Zwiebeln, Tomaten und Kohlarten herauskristallisiert. Ungünstige hingegen: Bohnen, Petersilie und Sellerie selbst.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin A (ca. 480 µg): Sehvorgang; Knochenaufbau; Wachstumsprozess und Zelldifferenzierung; Fortpflanzung und Embryogenese; Bildung und Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten; Stärkung des Immunsystems
  • Vitamin B2 (ca. 0,1 mg): wichtiges Coenzym bei Reduktions- und Oxidationsreaktionen im Stoffwechsel; Energiegewinnung in Form von ATP aus Glucose und Fettsäuren; Synthese und Oxidation der Fettsäuren
  • Vitamin B6 (ca. 0,1 mg): Protein- und Fettstoffwechsel; Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff); Immunfunktion; Bildung von Botenstoffen; Beeinflussung der Hormonaktivitäten
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 80 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 330 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Reizübertragung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Muskelkontraktion; Enzymaktivator; Herzfunktion
  • Magnesium (ca. 10 mg): Enzymaktivator bzw. -inhibitor; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Reizübertragung; Synthese von Fettsäuren und Proteinen; Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
  • Natrium (ca. 125 mg): Steuerung des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Enzymaktivator; Herzrhythmusreguliereung; Muskelkontraktion; Blutdruckregulation; Reizübertragung
Weitere
  • Glutamat (natürliches): Geschmacksverstärkung
  • Antixoidantien (Carotinoide): Radikalfänger, Schutz der Körperzellen 

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

Knollen- sowie Stangensellerie lässt sich eingeschlagen in ein feuchtes Geschirrtuch im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks gut 14 Tage lagern. Achtet unbedingt darauf, dass sich keine Ethylenbildner (Äpfel, Bananen, Birnen, Tomaten etc.) in der Nähe befinden, denn diese beschleunigen den Verderb.

Verarbeitung

Während ihr Stangensellerie auch roh einfrosten könnt (dazu einfach waschen, in kleine Ringe schneiden und in TK-Beutel umfüllen), empfiehlt es sich den Knollensellerie nach dem Waschen zu schälen, zu zerkleinern und in kurz in Essigwasser zu blanchieren. Die Haltbarkeit beträgt 6 Monate.
Neben der typischen Verwendung als Suppengrün-Bestandteil lässt sich Sellerie – wie auch Kohlrabi – hervorragend zu „Veggie-Schnitzeln“ verarbeiten. Aber auch roh in Salaten schmeckt er absolut delikat und verleiht den Gerichten eine würzig-pikante Note. Aufgrund des natürlichen Glutamats eignet sich das Grün des Wurzelgemüses weiterhin sehr gut als rohköstliche Salzalternative in Form von Selleriesalz.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie  meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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