BurRAWtos – mexikanische Maiswraps im Rohkoststyle

Mittags halb zwei in Thüringen…
Wow, der pure Wahnsinn! Meine Mutti und ich sind nach wie vor total geflasht. Soeben haben wir unsere Mahlzeit beendet und schweben geradezu euphorisch auf Wolke sieben. Diese acht! rohveganen und glutenfreien Maisfladen, die wir gerade quantitativ verspeist haben, sind der absolute Oberkracher. Aber eines nach dem anderen. Beginnen wir ganz chronologisch von vorn…
Trotz (oder gerade aufgrund) des diesjährigen Sahara-Sommers gedeihen die Maispflanzen im Garten ganz besonders gut. Wir kultivieren ihn seit 4 Jahren, aber solche ertragreichen und stattlichen Exemplare wie in dieser Saison hatten wir noch nie. Er schmeckt natürlich auch direkt vom Kolben wahnsinnig köstlich mit seiner wunderbaren lieblich-süßen Note, aber ihn einfach nur zu verzehren und einzufrosten würde dem grandiosen Gemüse nicht gerecht. Aber wie noch zusätzlich in Szene setzen? Da habe ich relativ lange überlegt, aber gestern kam mir während meiner morgendlichen Yoga-Session die geniale Inspiration. In Anlehnung an die von mir früher gern vernaschten Burritos werde ich daraus BurRAWtos zaubern – also rohvegane Maisfladen – direkt vom Kolben über Hochleistungsmixer ins Dörrgerät.
Gesagt, getan. Noch vor dem Frühstück stürmte ich in unseren Garten und erntete einige besonders gut gewachsene Exemplare.

Zutaten für 8 Maisfladen:

  • 5 Maiskolben (ca. 700 g)
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 5 getrocknete Tomaten
  • 4 EL Sojasauce
  • 2 Handvoll Walnüsse
  • 1 Chilischote
  • 1 TL Salz
  • nach Bedarf: Paprika edelsüß und Kurkuma

Zubereitung:

  • Walnüsse mehrere Stunden einweichen und abspülen
  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Knoblauch und Zwiebeln pellen, waschen und grob würfeln
  • Chilischote waschen, ggf. halbieren und Kerne herauskratzen
  • Mais waschen, mit Messer vom Kolben trennen und im Hochleistungsmixer mit allen weiteren Zutaten pürieren
  • Teig auf Dörrfolien gleichmäßig kreisförmig verteilen und ca. 12-14 Stunden bei 40°C trocknen lassen (nach Hälfte der Garzeit von Folie lösen und direkt auf Gitter fertig trocknen)

Damit sind die Maisfladen bereits fertig. Allein der Wrap als solcher entpuppte sich als geschmackliches Highlight. Das lieblich-süße intensive Maisaroma ist sofort beim ersten Bissen präsent ohne zu dominieren. In Kombination mit den würzig-herben Walnüssen, der dezenten Chilischärfe, den pikanten Schwefelaromen der Lauchgewächse sowie dem Umami-Flavor der Sojasauce entsteht ein rundes leckeres Gesamtpaket, was tatsächlich an einen konventionellen Fladen erinnert, so dass meine Mutti und ich jeweils ein Stück gleich ganz pur genossen haben.

Doch ein perfekter Burrito bzw. BurRAWto benötigt natürlich noch eine adäquate Füllung sowie eine leckere Sauce in Form einer feurigen Tomatensalsa. Denn was wäre da geeigneter als erntefrisches Gartengemüse? Auch die „Vleischeinlage“ darf nicht fehlen. Dafür habe ich mal wieder mein geliebtes Nusshack zum Einsatz gebracht. Das Rezept verlinke ich euch hier. Als besonderes Goodie und als weitere Crunch-Komponente habe ich noch karamellisierte Dörrzwiebeln darüber gestreut. Die habe ich einfach über mehrere Stunden in meiner Standard-Basismarinade (nach dieser Anleitung) ziehen lassen und dann im Dörrgerät über ca. 10 Stunden getrocknet.

Zutaten für die Füllung:

  • 2 große Möhren
  • 2 große Gurken
  • ¼ Zucchino
  • 4 Champignons
  • 2 Handvoll Mais
  • 1 TL Salz

Zubereitung:

  • Möhren, Zucchino und Gurken mit Spiralschäler zu Spaghetti verarbeiten, einsalzen und ca. 30 min. ziehen lassen
  • Champignons putzen und klein schneiden
  • Spaghetti-Nudeln gut ausdrücken und mit Champignonstücken und Mais in Schüssel vermischen

Durch das Einsalzen entzieht ihr den Gemüsesorten das Wasser, so dass ihr am Ende eine richtig schöne Al-Dente-Spaghettikonsistenz erzielt und das Eigenaroma verstärkt. Deshalb empfehle ich euch diesen Schritt unbedingt durchzuführen. Ihr könnt natürlich jegliches regionales (Bio)-Gemüse verwenden, was ihr präferiert bzw. was gerade Saison hat. Ich habe – wie erwähnt – die Sorten auserkoren, die momentan besonders gut im Garten gedeihen.

Zutaten für die Salsa:

  • 4 Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 getrocknete Tomaten
  • ½ Zwiebel
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 3 Zweige Oregano
  • 1 Handvoll Schnittlauch
  • 1 Chilischote
  • 2 Datteln
  • 1 Spritzer Limettensaft
  • 1 EL Leinöl
  • Salz, Pfeffer, Paprika edelsüß nach Geschmack

Zubereitung:

  • Tomaten waschen, vom grünen Stielansatz befreien und vierteln
  • Kräuter waschen, Oregano sowie Rosmarin vom Stiel zupfen und Schnittlauch klein schneiden
  • Knoblauch und Zwiebel pellen, waschen und grob würfeln
  • Chilischote waschen, ggf. halbieren und Kerne herauskratzen
  • alle Zutaten außer Kräuter im Hochleistungsmixer zu homogener Sauce pürieren
  • Kräuter zufügen und ganz kurz mixen

Diese Tomatensalsa eignet sich ausgezeichnet als verbindendes Element für die einzelnen Komponenten der Füllung. Alternativ könntet ihr auch eine Guacamole zubereiten, aber da ich aufgrund der schlechten Ökobilanz kein Freund von Avocados bin und uns gerade massenhaft Tomaten, Chilis, Knoblauch, Zwiebeln und frische mediterrane Kräuter zur Verfügung stehen, habe ich kurzerhand darauf zurückgegriffen. Falls ihr es weniger scharf mögt, könnt ihr die Kerne aus der Chilischote herauskratzen. Ich verzichte allerdings auf diesen Schritt, denn ich liebe das leichte Brennen auf der Zunge. Die Kräuter solltet ihr nur ganz kurz mixen, da sie ansonsten die Sauce grau-bräunlich verfärben würden.
Alle BurRAWto-Bestandteile seht ihr nachfolgend noch einmal im Überblick:

Danach habe ich alle Komponenten zusammengeführt. Das Anrichten sollte à la minute erfolgen, damit die Maiswraps nicht durchweichen. Zuerst habe ich die Salsa auf den Fladen verteilt. Danach habe ich die Gemüsefüllung hineinplatziert und alles noch mit Nusshack und den Karamellzwiebeln getoppt. Last but not least habe ich die Wraps vorsichtig zusammengedrückt und mit einem Schaschlikspieß fixiert, so dass sie sich ganz im Fingerfood-Style snacken lassen.

Nie im Leben hätte ich erwartet, dass meine Mutti und ich alle acht Stück auf einmal vertilgen würden, aber die waren einfach zu lecker, so dass wir gar nicht aufhören konnten sie genüsslich zu verzehren. Eigentlich sollten sie für zwei Mahlzeiten reichen, aber so habe ich gleich einen guten Grund mich schnell wieder in den Garten zu begeben, die nächsten Maiskolben zu ernten und die ganze Aktion zu wiederholen 😄.

In diesem Sinn wünsche ich euch ganz viel Spaß beim eventuellen Zubereiten. Übermittelt mir in diesem Zusammenhang unbedingt euer Feedback in den Kommentaren oder auf Facebook bzw. eure Fotos auf Instagram und lasst euch die rohveganen mexikanischen Klassiker schmecken. 

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