Permakultur Garten anlegen

Rhabarber

Rhabarber (lat. Rheum officinale) entstammt der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae). Drei Pflanzen gehören zum alteingesessenen Repertoire unseres Gartens. 

Permakultur Garten anlegen

Kultivierung im Garten

Mein Opa erhielt seine Exemplare vor einigen Jahren von seiner Schwester, die ihn durch Teilung des Rhizoms vermehrt hatte. Sie sollten im ausreichenden Abstand voneinander gesetzt werden, da Rhabarber ein extrem starkes Wurzelwerk ausbildet. Die Ernte erfolgt von April bis zum Johannistag am 24. Juni (analog des Spargels), so dass er ausreichend Zeit bekommt sich zu regenerieren, um uns im nächsten Jahr erneut mit hohen Erträgen zu erfreuen.

Optimale Bedingungen

Rhabarber präferiert sandige Lehmböden mit schwach saurem bis neutralem pH-Wert, die reich an organischen Substanzen sind. Der Standort sollte mindestens halbschattig sein. Das Gemüse ist absolut kälte- und frostresistent. Unter den genannten Bedingungen kann Rhabarber bis zu 10 Jahren am gleichen Standort verbleiben. Bezüglich der Vorgängerkulturen ist er extrem anspruchslos und es existieren keine Einschränkungen für die Fruchtfolge.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin C (ca. 30 mg): Stimulierung des Immunsystems; Antioxidans und Radikalfänger; Hormonsynthese; Aufbau von Knochen, Bindegeweben, Zähnen
  • Vitamin E (ca. 0,3 mg): Abwehr von Bakterien; Radikalfänger und Antioxidans; Schutz der mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor Oxidation; Signaltransduktion
  • Vitamin K (ca. 10 µg): Bildung von Blutgerinnungsfaktoren- und inhibitoren; Knochenstoffwechsel; Nierenfunktion
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 65 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 290 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Reizübertragung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Muskelkontraktion; Enzymaktivator; Herzfunktion
  • Mangan (ca. 170 µg): Enzymbestandteil- und aktivator (v.a. im Kohlenhydrat-, Fett-, Protein-, Vitamin-B-Stoffwechsel); Protein- und Fettsäuresynthese; Insulinsynthese- und sekretion (Stabilisierung des Blutglucosespiegels); Harnstoffbildung; Energiegewinnung in Mitochondrien
Weitere
  • Anthronoide (Rhein): laxierend (abführend), antientzündlich

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

Im feuchten Tuch eingeschlagen hält sich Rhabarber ca. 3-4 Tage im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks. Wichtig: aufgrund des extrem hohen Oxalsäuregehaltes solltet ihr ihn nicht in Metallgefäßen oder in Alufolie aufbewahren, da die Fruchtsäure damit reagiert und giftige Substanzen gebildet werden.

Verarbeitung

Wegen der bereits erwähnten Oxalsäure sollte Rhabarber nicht roh verzehrt werden. Besonders viel findet sich in den Blättern, weshalb diese nicht mit verwendet werden sollten. Die Fruchtsäure komplexiert Mineralstoffe wie Calcium oder Eisen. Daraus entstehen schwer lösliche Verbindungen im Organismus, die zu Nierensteinen führen können. Außerdem greift die Säure den Zahnschmelz an. Um den Gehalt zu reduzieren, empfehle ich, den Rhabarber zu schälen und zu dämpfen bzw. im Ofen zu garen.
Daneben lässt er sich problemlos einfrosten. Hierfür wird das Gemüse geputzt, die Fäden gezogen, klein geschnitten und roh in Gefrierbeutel gefüllt. Auf diese Weise beträgt die Haltbarkeit ca. 1 Jahr. Vor dem Verzehr sollte er direkt im tiefgekühlten Zustand gegart werden.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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