Permakultur Garten anlegen

Radieschen

Radieschen (lat. Raphanus sativus var. sativus) gehören zur Familie der Brassicaceae (Kreuzblütler). Seit Jahren sind wir überzeugte Fans der Sorte „Rudi“. Sie schmecken super aromatisch-würzig ohne dabei diese bissige Schärfe auf der Zunge zu entwickeln.

Kultivierung im Garten

Anbau

Wir beziehen sie als Saatband. Bereits Anfang März setzen wir die ersten Exemplare ins Gewächshaus. Dazu glätten wir die Erde vor, ziehen ca. 10 cm flache und 2 cm tiefe Rillen und legen die Saatbänder ein. Nachfolgend gießen wir sie kurz an und bedecken alles mit Anzuchterde. Sie keimen bereits bei 4-5°C und vertragen auch als Jungpflanzen kurze Frostperioden. Anfang April ernten wir dann unsere ersten „Frühlingboten“ und starten in die Gartensaison. Ab Ende März erfolgt dann peu à peu die bedarfsweise Direktsaat ins Freiland (analoges Vorgehen zur Gewächshaus-Aussaat). 

Optimale Bedingungen

Radieschen mögen locker-leichte und humusreiche Böden mit schwach saurem bis neutralen pH-Wert. Am besten gedeihen sie im Halbschatten. Regelmäßiges moderates Gießen ist hier obligat, um zu verhindern, dass die Radieschen hart und holzig werden.
Als gute Vorgänger erweisen sich Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gurken sowie Tomaten. Ungeeignet hingegen: Rüben, Rettich, Kohlarten und Radieschen selbst.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin B6 (ca. 0,05 mg): Protein- und Fettstoffwechsel; Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff); Immunfunktion; Bildung von Botenstoffen; Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Vitamin C (ca. 30 mg): Stimulierung des Immunsystems; Antioxidans und Radikalfänger; Hormonsynthese; Aufbau von Knochen, Bindegeweben, Zähnen
  • Folsäure (ca. 25 µg): Zellteilung- und Neubildung; Blutbildung; Coenzym im Aminosäurestoffwechsel
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 25 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 240 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Reizübertragung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Muskelkontraktion; Enzymaktivator; Herzfunktion
  • Magnesium (ca. 10 mg): Enzymaktivator bzw. -inhibitor; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Reizübertragung; Synthese von Fettsäuren und Proteinen; Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
Weitere 
  • Senföle (Allyl-Senföl, Raphanol): antibakteriell, antimykotisch

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

Mit einem feuchten Tuch umwickelt, halten sich Radieschen ungefähr 4-5 Tage im Obst- und Gemüsefach des Kühlschranks. Das Kraut solltet ihr vorher entfernen.

Verarbeitung

Leider lassen sich Radieschen nicht einfrosten. Allerdings könnt ihr sie aufgrund der kurzen Keimdauer von nur 1-2 Wochen jederzeit bedarfsweise aussäen und zum frischen Verzehr stückweise entnehmen.
Einen Teil der Saat ernte ich direkt als Sprossen ab und integriere sie als pikante Komponente in diverse Dips bzw. Dressings oder toppe damit meine Salate, Brotscheiben und Rohkostcracker.
Auch das Kraut eignet sich ausgezeichnet als Bestandteil für Salate und grüne Smoothies.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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