Sonnenblumenkerne Phosphat

Phosphat – das Allroundmineral

Als Phosphat wird das dreifach negativ geladene Anion der Phosphorsäure bezeichnet. Zusammen mit Calcium reguliert es den Knochenstoffwechsel. Die Konzentration im Blutserum eines Erwachsenen schwankt im Normalfall zwischen 0,81 – 1,45 mmol/l.

Funktionen

Phosphat spielt eine zentrale Rolle bei folgenden Prozessen:

  • Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne
  • Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP)
  • Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem
  • Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren

Wie entsteht eine Phosphat-Unterversorgung?

Ein Mangel an Phosphat tritt relativ selten auf. Sind die Werte erniedrigt, deutet es auf eine Überfunktion der Nebenschilddrüse oder einen Vitamin-D-Mangel hin. Auch bei schweren Verbrennungen kann der Spiegel reduziert sein.

Wie äußert sich ein Mangel?

  • Knochenerweichung
  • Wachstumsstörungen
  • Störungen des Nervensystems

Wann treten erhöhte Werte auf?

Überschüssiges Phosphat wird normalerweise über die Nieren eliminiert. Liegen erhöhte Serumwerte vor, kann das auf eine entsprechende Funktionsstörung hindeuten. Auch bei Unterfunktion der Nebenschilddrüse oder bei diversen Tumorerkrankungen können die Werte über der Norm liegen.

Symptome einer Überdosierung

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Knochenabbau durch Absenkung der Calcium-Konzentration und Stimulierung des Parathormons
  • bei Kindern: Konzentrationsstörungen bzw. ADHS?

Bedarfsdeckung

Die empfohlene Tageszufuhr für Erwachsene liegt bei ca. 700 mg. Nachfolgend findet ihr einige Quellen, die zur Deckung des Bedarfs beitragen. Die Mengen beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Nahrungsmittels. Dabei berücksichtige ich sowohl Herkunftsquellen, die sich für Anhänger der omnivoren als auch der pflanzenbasierten Ernährungsform eignen.

tierisch
  • Käse z.B. Emmentaler, Parmesan (ca. 700 mg bzw. 950 mg)
  • Hühnerei (ca. 790 mg)
  • Rinderleber (ca. 360 mg)
  • Miesmuscheln (ca. 250 mg)
pflanzlich
  • Sojabohnen (ca. 590 mg)
  • Sonnenblumenkerne (ca. 620 mg)
  • Knoblauch (ca. 135 mg)
  • Pilze z.B. Speisemorcheln, Champignons (ca. 160 mg bzw. 120 mg)
  • Rosinen (ca. 110 mg)
  • Hagebutten (ca. 260 mg)

Phosphat-Stoffwechsel

Abschließend stelle ich euch in folgender Übersicht noch einmal schematisch – in stark vereinfachter Form – die Regulation des Calcium- und Phosphathaushaltes dar:

Schwankende Werte nicht zwangsläufig kritisch

Ganz wichtig! Falls ihr euren Nährstoffstatus bestimmen lasst, dann beachtet bitte Folgendes: oftmals unterscheiden sich die Referenzwerte von Labor zu Labor und sie können tageszeitlichen (zirkadianen) bzw. saisonalen Schwankungen unterliegen. Lasst euch also nicht verunsichern, falls sich einer eurer Parameter außerhalb des Normbereiches befindet.

Falls euch noch Fragen zum Thema einfallen, dann stellt sie mir gern in den Kommentaren oder über meine Facebook-Seite.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007, meinen persönlichen Erfahrungen sowie der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Physiologie“ aus dem 3. Semester – Dozent: Prof. Dr. Hans-Georg Schaible
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Schmidt, R.: Physiologie kompakt, 4. Auflage, Springer Verlag 2001
  • Biesalski, H.; Grimm, P.; Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2015
  • Fink, E.: Ernährung und Diätetik für die Kitteltasche, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2002
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • www.dge.de

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