Unser Permakulturgarten

Mein lieber Opa, der leider im Juli 2016 von uns gegangen ist, hat vor 60 Jahren einen großen Obst- und Gemüsegarten angelegt und diesen bis ins hohe Alter gepflegt, um uns so mit frischen und natürlich-biologischen Produkten zu versorgen. Diesen Permakulturgarten habe ich als sein Vermächtnis übernommen und bewirtschafte ihn zusammen mit meiner Mutti nach seinem nachhaltigen Konzept. Wir bauen u.a. Kartoffeln, Möhren, Kohlrabis, Radieschen, Rettiche, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Porree, Sellerie, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Auberginen, Paprika, Chillis, Rhabarber, Mais, Rucola, Hülsenfrüchte, Wassermelonen, Süßkartoffeln, diverse Kohlarten und Blattsalate an.

Daneben gehören wir zu den glücklichen Besitzern einiger alter Apfel- und Birnensorten, die sowohl im Garten als auch auf den Streuobstwiesen beheimatet sind. Hinzu gesellen sich noch verschiedene Beerenfrüchte, Weinreben sowie ein Nektarinenbäumchen. Natürlich dürfen auch Heilkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Basilikum, Liebstöckel, Minze, Oregano, Thymian, Koriander etc. nicht fehlen. In Kombination mit Sprossen und Wildgrün verfeinern sie jedes Gericht und lassen sämtliche künstliche Aromen oder Geschmacksverstärker überflüssig werden.

Im mittleren Gartenteil befinden sich die Beerenfrüchte & Kräuterbeete.

Damit ist die ganzjährige saisonale Versorgung mit gesunden, biologischen Erzeugnissen gesichert. Der Überschuss wird mit Freunden, Verwandten und Nachbarn nach dem Vorbild von „Foodsharing“ geteilt, der Rest für den Winter eingefrostet.

Im hinteren Teil befindet sich der Hühnerstall mit 10 glücklichen Hennen, die jeden Tag von uns kulinarisch versorgt werden und es uns dementsprechend mit vielen Eiern danken. Meine Familie musste noch nie Eier im Supermarkt oder einer anderen externen Quelle kommerziell erwerben.

Natürlich ist ein eigener Garten nicht zwingend erforderlich, um sich intuitiv-vollwertig zu ernähren, allerdings hilft er ungemein bei der Zusammenstellung der Mahlzeiten, hält den Körper gleichzeitig fit (Gartenarbeit erspart euch den Gang ins Fitnessstudio ?) und bietet einen unglaublichen Mehrwert. Denn was gibt es Besseres als Zutaten zu verarbeiten, die vor einigen Stunden frisch geerntet wurden? Der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen bleibt auf diese Art und Weise am optimalsten erhalten. Die Pestizidfreiheit der Erzeugnisse ist garantiert und geschmacklich spielen eigene Obst-, Gemüse- und Kräutersorten in einer völlig anderen Liga. Morgens ernten wir die Produkte, die wir tagsüber zu den Hauptmahlzeiten verarbeiten möchten und es bereitet jeden Tag von Neuem große Freude zu sehen, wie sich die Samen bzw. Pflänzchen zu stattlichen Exemplaren entwickeln. So entstehen täglich völlig automatisch neue Gerichte und Rezepte in Abhängigkeit dessen, welches Obst bzw. Gemüse oder Kraut gerade Saison hat.

Das Vermächtnis meines lieben Opas – ein absoluter Schatz, den wir nicht missen möchten. Natürlich ist ein großer Garten mit sehr viel Blut, Schweiß und Tränen verbunden, doch Dank meiner Mum und besten Freundin dennoch zu bewältigen und am Ende des Tages immer wieder lohnenswert.

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