Kupfer Kokosnüsse

Kupfer

Den meisten von euch ist dieses Element sicherlich aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit und der damit verbundenen Anwendung im technischen Bereich bekannt. Doch gehört Kupfer neben Zink und Eisen auch zu einem unserer essentiellsten Spurenelemente.
Unser Kupferspiegel im Blut schwankt zwischen 75-130 µg/dl.

Funktionen

Kupfer spielt eine zentrale Rolle bei folgenden Prozessen:

  • Zellatmung (Energiegewinnung der Zellen mit Sauerstoff)
  • Produktion von Erythrozyten (rote Blutkörperchen)
  • Enzymbestandteil
  • Stärkung der Immunfunktion

Wie entsteht eine Kupfer-Unterversorgung?

Ein Kupfermangel tritt relativ selten auf. Bei einigen erblichen Stoffwechselerkrankungen (z.B. Menkes-Syndrom) oder auch chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen können die Werte erniedrigt sein.

Wie äußert sich ein Mangel?

  • Anämie
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Blässe
  • Haarausfall
  • Knochenschäden

Wann treten erhöhte Werte auf?

Bei Diabetes, Krebs, extremem Stresspegel oder Infektionen kann der Kupferwert erhöht sein. Allerdings scheint er weder den Krankheitsverlauf noch die Therapie negativ zu beeinträchtigen. Sollte der Kupferspiegel tatsächlich oberhalb des Referenzbereiches liegen, so besitzt der Wert an sich noch keinerlei Aussagekraft.

Symptome einer Überdosierung

  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • blutige Diarrhö (Durchfall)

Bedarfsdeckung

Die empfohlene Tageszufuhr für Erwachsene liegt bei 1-1,5 mg. Nachfolgend findet ihr einige Quellen, die zur Deckung des Bedarfs beitragen. Die Mengen beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Nahrungsmittels. Dabei berücksichtige ich sowohl Herkunftsquellen, die sich für Anhänger der omnivoren als auch der pflanzenbasierten Ernährungsform eignen.

tierisch
  • Fisch z.B. Scholle, Hering (ca. 0,5 mg bzw. 0,3 mg)
  • Hummer (ca. 0,7 mg)
  • Rinder- und Schweineleber (ca. 3,6 mg bzw. 5 mg)
pflanzlich
  • Hirse (ca. 0,8 mg)
  • Hülsenfrüchte z.B. Erbsen, Linsen (ca. 0,7 mg bzw. 0,6 mg)
  • Kokosnüsse (ca. 3,6 mg)
  • Sonnenblumenkerne (ca. 2,8 mg)
  • Paranüsse (ca. 1,3 mg)
  • Pilze z.B. Champignons, Pfifferlinge (ca. 0,4 mg bzw. 0,6 mg)
  • Aprikosen, getrocknet (ca. 0,8 mg)
  • Hagebutten (ca. 1,8 mg)

Kupfer-Stoffwechsel

Im ausgewachsenen menschlichen Organismus finden sich ca. 100-150 mg des Spurenelements. Das Hauptreservoire befindet sich in der Leber. Darüber hinaus werden allerdings auch geringe Mengen in Knochen, Muskeln und Gehirn gespeichert. Aus diesen Depots wird es nach Bedarfsdeckung ins Blut abgegeben.

Kupferwerte eng an Ernährung gekoppelt

Der Kupferspiegel hängt stark von der Ernährung ab. Wir sind auf eine externe Zufuhr angewiesen, da unser Körper es nicht selbst produzieren kann. Im Dünndarm erfolgt die Resorption des mit der Nahrung aufgenommenen Kupfers. Mithilfe des Bluteiweißes Albumin als Transportvehikel gelangt es in die Leber – dem wichtigsten Organ des Kupferstoffwechsels. Hier wird es in die Enzyme eingebaut bzw. durch das Protein Coeruloplasmin an seine Zielorte transportiert. Überschüssiges Kupfer wird von der Leber via Galle in den Darm transportiert, wo der Löwenanteil eliminiert wird. Auch die Nieren scheiden geringe Mengen aus.

Cave: Supplements!

Last but not least noch ein wichtiger Hinweis: solltet ihr Supplements mit hohen Gehalten an Zink oder Vitamin C applizieren, kann das einen Kupfermangel bedingen, denn sie behindern sich gegenseitig in ihrer Aufnahme. Genauso umgekehrt: die Pegel von Zink und Vitamin C können erniedrigt sein, sobald ein Kupferüberschuss im Körper vorliegt.

Schwankende Werte nicht zwangsläufig kritisch

Ganz wichtig! Falls ihr euren Nährstoffstatus bestimmen lasst, dann beachtet bitte Folgendes: oftmals unterscheiden sich die Referenzwerte von Labor zu Labor und sie können tageszeitlichen (zirkadianen) bzw. saisonalen Schwankungen unterliegen. Lasst euch also nicht verunsichern, falls sich einer eurer Parameter außerhalb des Normbereiches befindet.

Falls euch noch Fragen zum Thema einfallen, dann stellt sie mir gern in den Kommentaren oder über meine Facebook-Seite.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007, meinen persönlichen Erfahrungen sowie der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Physiologie“ aus dem 3. Semester – Dozent: Prof. Dr. Hans-Georg Schaible
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Schmidt, R.: Physiologie kompakt, 4. Auflage, Springer Verlag 2001
  • Biesalski, H.; Grimm, P.; Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung 6. Auflage, Georg Thieme Verlag 2015
  • Fink, E.: Ernährung und Diätetik für die Kitteltasche, 1. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2002
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • www.dge.de

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.