Permakultur Garten anlegen

Kopfsalat

Kopfsalat (lat. Lactuca sativa var. capitata) gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler).

Kultivierung im Garten

Anbau

Im Gewächshaus säen wir den einen Teil bereits Ende März aus, der im Inneren verbleiben wird. Die Pflänzchen, die wir später ins Freiland umsiedeln, ziehen wir ab Mitte April vor. Nach ca. einem Monat verlassen sie das Gewächshaus und erhalten ihren entgültigen Standort im Garten. Hierfür ziehen wir ca. 2 cm breite und 1 cm tiefe Rillen, in welche wir das Saatgut einfüllen. Dabei lassen wir ca. 15 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen. Anschließend bedecken wir alles mit Anzuchterde und gießen sie leicht an. Wichtig: beim Auspflanzen sollten sie nicht zu tief eingesetzt werden, da ansonsten die Wurzeln faulen können.

Optimale Bedingungen

Kopfsalat bevorzugt sandig-lehmige Humusböden mit schwach saurem pH-Wert. An sich stellt er wenig Ansprüche, allerdings sollte er unbedingt auf ein sonniges Beet gesetzt werden, da sich im Schatten die Köpfe nicht ausbilden können. Gegen Kälte sind selbst die Jungpflanzen relativ resistent, so dass sie auch durch schwachen Frost nicht beeinträchtigt werden. Zu Beginn der Aussaat müssen die Setzlinge regelmäßig gegossen werden. Sobald sich allerdings die Köpfe bilden, solltet ihr sie nur noch zwischen den Reihen wässern und nicht mehr die einzelnen Pflanzen direkt.
Als gute Vorgänger erweisen sich Kartoffeln, Tomaten, Gurken und Kohlarten. Ungünstig hingegen: andere Salatsorten.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin A (ca. 185 µg): Sehvorgang; Knochenaufbau; Wachstumsprozess und Zelldifferenzierung; Fortpflanzung und Embryogenese; Bildung und Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten; Stärkung des Immunsystems
  • Vitamin C (ca. 10 mg): Stimulierung des Immunsystems; Antioxidans und Radikalfänger; Hormonsynthese; Aufbau von Knochen, Bindegeweben, Zähnen
  • Folsäure (ca. 40 µg): Zellteilung- und Neubildung; Blutbildung; Coenzym im Aminosäurestoffwechsel
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 20 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Kalium (ca. 305 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Reizübertragung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Muskelkontraktion; Enzymaktivator; Herzfunktion
  • Phosphat (ca. 25 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne; Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP); Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem; Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren
Weitere
  • Ballaststoffe: Verdauungsförderung

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

Im Kühlschrank gelagert und in ein feuchtes Küchentuch eingeschlagen hält sich der Kopfsalat max. 2-3 Tage im Gemüsefach. Zum Einfrosten eignet er sich leider nicht, da er eine matschig-welke Konsistenz aufweist und in sich zusammenfällt.

Verarbeitung

Zugegebenermaßen für viele eher eine Art “geschmacksneutraler Füllstoff” für Salatkreationen, um Gerichten Volumen zu verleihen und ein wenig an weiteren und ggf. preisintensiveren Zutaten zu sparen… Und tatsächlich enthalten andere Salatsorten bzw. viele Wildkräuter durchaus mehr essentielle Nährstoffe. Allerdings lässt sich der Kopfsalat dennoch kreativ in Szene setzen – z.B. in Form eines rohveganen “Wraps” oder “Döners”, den ihr dann z.B. mit einem leckeren (Wildkräuter)-Salat füllt und mit einem geschmacksintensiven Dip verfeineren könnt. Ich verzehre ihn übrigens sehr gern in Kombination mit rohem Spargel. Unsere kultivierte Sorte „Fastra“ schmeckt nicht wässrig-fade, sondern besitzt eine lieblich-herbe Note, die ausgezeichnet mit den bitteren Aromen des Königsgemüses harmoniert.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie  meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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