veganes Knäckebrot glutenfrei

Glutenfreies „Knäckebroht“

Konventionelles Knäcke – wirklich so gesund?

Wozu brauche ich glutenfreies Knäckebrot? Der Klassiker aus Schweden gilt im Allgemeinen als sehr hochwertige Ballaststoffquelle durch die Verwendung des vollen Korns und genießt einen äußerst gesunden Ruf. Weshalb also selber herstellen?

Der Teufel steckt im Detail!

Doch inwieweit wird es diesen Vorschusslorbeeren tatsächlich gerecht? Genau der Frage bin ich nachgegangen und habe Verblüffendes herausgefunden. Von wegen super gesund! Schaut ihr die Zutatenlisten genauer an, stolpert ihr in vielen Industrieprodukten über Weiß- bzw. Auszugsmehle! Mit anderen Worten: die wertvolle Außenschicht (Spelze) mit den ganzen Vitaminen und Ballaststoffen wurde entfernt. Übrig bleibt nur das Endosperm voller Stärke und Gluten – ergo: eine absolute Kohlenhydratbombe mit vielen leeren Kalorien.

Vorsicht vor Acrylamid

Zweiter gravierender Casus knaxus: bei der Herstellung entsteht oftmals krebserregendes Acrylamid, was auch regelmäßig in Pommes oder Kartoffelchips nachgewiesen wird. Der Grund: um die besondere Crunch-Textur zu erzielen, müssen die Teiglinge für kurze Zeit extrem hoch erhitzt werden, um das Wasser möglichst quantitativ zu entziehen.
Knäckebrot haben meine Mutti und ich allerdings früher immer sehr gern verzehrt. Nachdem ich mich jedoch intensiver mit den Hintergründen beschäftigt habe, verging uns buchstäblich der Appetit. Genau aus diesem Grund habe ich mal wieder fleißig in meinem ökopharmazeutischen Versuchslabor experimentiert, um eine gesündere Alternative zu kreieren. Dabei entstand letzten Endes das folgende Rezept:

Zutaten für ca. 30 Stück

  • 50 g Leinsamen
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 50 g Sesam
  • 50 g Chiasamen
  • 150 g Erdmandelmehl
  • 100 g Traubenkernmehl
  • 1-2 EL Hefeflocken
  • ½ TL Salz
  • 2 EL Kokosöl
  • ca. 350-400 ml Wasser

Zubereitung

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Leinsamen schroten, Sonnenblumenkerne grob zerkleinern und mit Salz, Sesam, Chiasamen, Hefeflocken sowie Mehlen in Schüssel mischen
  • Öl und Wasser zufügen und alles zu homogener Masse verarbeiten 
  • Teig gleichmäßig dünn auf Dörrfolien verteilen, Rillen ziehen bzw. leicht einritzen (z.B. mit Teigschaber) und ca. 6-7 Stunden bei 40°C trocknen lassen
  • dann Folie abziehen, wenden und alles weitere 6-8 Stunden dehydrieren

Wie ihr der Rezeptur entnehmen könnt, zeichnet sich mein glutenfreies Knäckebrot nicht nur durch die vollwertigen Saaten aus, sondern enthält durch den schonenden Dehydratationsprozess auch kein gesundheitsschädliches Acrylamid. Geschmacklich harmoniert das liebliche Erdmandelmehl ausgezeichnet mit dem Sesam und den Sonnenblumenkernen, während das herzhaft-nussige Traubenkernmehl dem Ganzen sehr gut entgegenwirkt und so die Gesamtkomposition abrundet.

Was lange währt…

… wird endlich lecker. Glutenfreies KnäckebrotIch habe ewig nach den perfekten glutenfreien Mehlen gesucht, die einen charakteristischen Eigengeschmack aufweisen, um den „Brohten“ den nötigen Pepp zu verleihen ohne die Zubereitung zu dominieren. Letzten Endes wurde ich fündig. Allerdings könnt ihr auch hier – wie immer – nach eurem Gusto variieren. Im Laufe der Zeit habe ich alles u.a. mit Mandelmehl, Hanfmehl, Kokosmehl und Maismehl in diversen Mengenverhältnissen getestet, aber die oben beschriebene Version kristallisierte sich als unser absoluter Favorit heraus, so dass ich sie mittlerweile in mein Basisrepertoire übernommen habe und in regelmäßigen Abständen für meine Mutti und mich reproduziere.

In dem Sinn: probiert euch einfach aus und kreiert euer eigenes rohveganes, gesundes, glutenfreies Knäckebrot – bzw. „Knäckebroht“ und schickt mir gern eure Meisterwerke via Facebook bzw. Instagram.

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