Himbeertorte vegan ohne backen

Himbeer-Carob-Kokos-Eistorte

Beerige Überraschung zum Frühstück

Meine Mutti und ich pflegen einen kleinen Usus: zum Ausklang der Woche besucht sie mich zum traditionellen Sonntagsfrühstück, welches wir dann über mehrere Stunden genüsslich zelebrieren. Als kleine Goodies serviere ich ihr immer einen fruchtigen Smoothie, einige Energiebällchen oder auch das eine oder andere Stückchen Rohkosttorte.
Doch letztes Wochenende war es an ihr mich zu überraschen: „Guten Morgen, Fanny. Ich wünsche dir einen wunderschönen Sonntag. Heute habe ich dir mal eine Kleinigkeit mitgebracht. Gerade frisch geerntet.“
Stolz präsentierte sie mir eine riesige Schüssel Himbeeren. Sie erreichen als letzte Beerensorte des Gartenjahres nach den Erdbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren ihren optimalen Reifegrad. Mutti und ich haben uns vor einigen Jahren ganz bewusst für eine Sorte entschieden, deren Erntezeit sich von Ende August bis weit in den Oktober erstreckt, so dass diese ein wenig zeitversetzt zu unseren anderen Früchten anfällt. Einen Großteil der köstlichen Vitamin-C-Bomben integrierten wir sofort in unser Frühstück – so frisch vom Strauch gepflückt ein absolutes Träumchen. Doch davon blieb noch mindestens ein halbes Kilo übrig. Da ihre Lagerfähigkeit leider sehr limitiert ist und sie auch im Kühlschrank relativ schnell schimmeln, ließ ich mir noch eine alternative Lösung in Form der folgenden Eistorte einfallen:

Zutaten für Springform ∅ 18 cm

Boden:

  • 50 g Walnüsse
  • 5 EL Kokosraspeln
  • 5 EL gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Yaconsirup (oder anderes Süßungsmittel eurer Wahl)

Füllung:

  • 200 ml Kokosmilch
  • 4 EL Yaconsirup
  • 3 EL Carob
  • 5 EL Kokosöl
  • ½ TL Vanille
  • 2 EL Kakaonibs
  • ca. 300 g Himbeeren
  • 1 EL Flohsamenschalen

Deko:

  • 2 EL Kokosraspeln
  • 1 Handvoll Himbeeren
  • Pfefferminz-Blätter

Zubereitung

  • Vorbereitung:
    • Springformboden mit Backpapier auslegen
    • Himbeeren waschen und pürieren, dabei eine Handvoll zur Deko beiseite legen
  • Bodenherstellung:
    • Kokosraspeln, Mandeln und Walnüsse im Blender mahlen, Salz zufügen und alles unter Sirupzugabe zu homogenem Teig verarbeiten
    • Boden in Form modellieren und gut andrücken
  • Füllung:
    • Kokosöl verflüssigen und mit Carob, Yaconsirup, Kokosmilch und Vanille zu homogener Creme mixen
    • Kakaonibs zum Schluss unterheben
    • ca. ⅔ der Füllung auf Boden gießen, durch Rütteln gleichmäßig verteilen und im TK durchkühlen
    • restliche Creme mit Himbeeren und Flohsamenschalen mixen und auf gekühlter Carob-Schicht verteilen
  • Minze waschen, abtupfen und von Stängeln zupfen
  • Kokosraspeln, Minze und restliche Himbeeren als Deko auf Füllung drapieren und alles erneut durchkühlen

Die Eistorte solltet ihr bis zum Verzehr im Tiefkühler aufbewahren, um den Erhalt der Konsistenz zu gewährleisten. 1-2 Stunden im Kühlschrank reichen völlig aus, um den Rawcake aufzutauen. Ihr solltet die Eistorte am besten erst kurz vorm Servieren mit Minze und Himbeeren dekorieren. Bitte nicht wundern: die Carobfüllung gleicht eher einem Smoothie als einer typisch cremigen Tortenschicht. Das ist allerdings völlig in Ordnung, denn sie verfestigt sich durch den Gefriervorgang. Beim Antauen entsteht aufgrund der verschiedenen Texturen ein äußerst spannendes Mundgefühl. Ihr erhaltet durch die fruchtig-geeisten Beeren eine Art Sorbet-Schicht. Die Flohsamenschalen fungieren hierbei als natürliches Gelier- bzw. Bindemittel. Alternativ könntet ihr auch Chiasamen verwenden. An diese erste Füllung schließt sich die cremige, bereits leicht zerfließende Schokofüllung an.

Himbeer-EistorteHimbeeren mit einer Schoko-Kokos-Mischung – dieses Ensemble habe ich meiner Familie schon sehr oft als Creme-Dessert serviert. Doch auch als zuckerfreie, rohvegane, glutenfreie Eistorte eignet sich die Zusammenstellung ausgezeichnet wie Mutti und ich bei der Verkostung feststellen durften. In Kombination mit dem crunchy Kakaonibs und dem nussigen Boden entsteht eine divergente Gesamttextur aus drei unterschiedlichen Komponenten, die ein äußerst spannendes Kauerlebnis erzeugen.

Torte voller Superfoods

Himbeer-EistorteDie Torte konnte bei uns nicht nur durch ihr delikates Aroma punkten – sie steckt auch ganz nebenbei voller hochwertiger Inhaltsstoffe. So enthalten Himbeeren v.a. die essentiellen Vitamine C und E sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Eisen und Kupfer. Carob wird aus den Früchten des Johannisbrotbaums gewonnen und stellt aufgrund der Abstinenz von Coffein und Theobromin eine ausgezeichnete Kakaopulver-Alternative dar. Im Superfood des Mittelmeerraums stecken die Vitamine A und B2 sowie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Eisen. Für den Boden habe ich dieses Mal regionale Walnüsse direkt aus Nachbars Garten verwendet. Sie enthalten hauptsächlich wertvolle ungesättigte Fettsäuren, die zur Gesunderhaltung des Organismus dienen. Der Proteingehalt liegt bei ca. 15%. Weitere essentielle Mikronährstoffe: Zink, Kalium, Eisen, Magnesium und Calcium. Außerdem sind Walnüsse reich an Vitaminen der B-Familie sowie Vitamin E. Ihr könnt allerdings auch jegliche andere Nuss- bzw. Kernart eurer Wahl verarbeiten.

Zutaten nach eurem Geschmack adaptieren 

Himbeer-EistorteGenerell könnt ihr alle Ingredienzen nach eurem Gusto variieren. Anstelle des Yaconsirups (ein aus der peruanischen Yaconwurzel gewonnener Saft) als Süßungsmittel könnt ihr ebenfalls jede gesunde Zuckeralternative zum Einsatz bringen – je nach eurer Präferenz. Allerdings passt die karamellig-malzige Note in meinen Augen ausgezeichnet zu den fruchtig-säuerlichen Himbeeren und dem lieblich-exotischen Kokosflavor. Das süßlich-schokoladige Aroma des Carob in Kombination mit den herb-bitteren Kakaonibs rundet die Eistorte excellent ab.

Die Zutaten sind für eine 18-cm-Springform ausgelegt. Wenn ihr größere Backformen verwendet, findet ihr im Anschluss eine Umrechnungstabelle für die entsprechenden Mengen.

Umrechnungstabelle Springformen

Falls ihr meine kleine Hommage an den viel zu schnell zur Neige gehenden Sommer einmal ausprobiert, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren bzw. via Facebook oder schickt mir eure Fotos auf Instagram.

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