GraWnola – Rohkostmüsli mit Suchtpotential

Seit meiner Ernährungsumstellung gehört das morgendliche Müsli zum absoluten Basic meiner ersten Tagesmahlzeit und kurierte nach all den Jahrzehnten endlich meine Sucht nach einer sehr populären Nuss-Nougat-Creme mit Weißmehlbrötchen. Dafür verwendete ich diese super simple und schnell herzustellende Basisrezeptur, die ich anschließend noch mit verschiedenen Kniffen verfeinert habe.
Doch dann folgte der Tag, der noch einmal alles komplett veränderte: ich habe die Raw Chef Akademie von Boris Lauser besucht. Dort haben wir neben einer Vielzahl von phänomenalen Rohkostgerichten u.a. ein „Grawnola“ zubereitet – also ein Knuspermüsli auf Basis von gekeimtem Buchweizen (den ich sowieso über alles liebe), welches dann im Dörrgerät über mehrere Stunden dehydriert wurde. Und was soll ich sagen – es kristallisierte sich als mein absoluter Favorit heraus – quasi Liebe auf den ersten Biss 😍. Ich war so wahnsinnig überwältigt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu naschen, so dass es nicht nur bei einer Portion Müsli blieb… Unnötig zu erwähnen, dass ich diese fantastische Inspiration von Boris sofort Zuhause aufgegriffen habe und seitdem fleißig experimentiere und variiere. Im folgenden stelle ich euch eine meiner favorisierten Rezepturen vor.

Zutaten für ca. 10 Portionen:

  • 120 g gekeimter Buchweizen/ Quinoa/ Amaranth
  • 4 EL Mandeln
  • 4 EL Hanfsamen
  • 5 EL Kürbiskerne
  • 2 EL Leinsamen
  • 2 Handvoll gefriergetrocknete Maracujas
  • 5 getrocknete Aprikosen
  • 3 EL Kakaonibs
  • 2 Äpfel
  • 5 Datteln
  • 2 EL Lucuma
  • 2 EL Carob
  • ½ TL Vanille
  • Schale einer Bio-Orange
  • Schale einer Bio-Limette
  • 1 Prise Salz
  • ½ TL Zimt

Zubereitung:

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen, Äpfel waschen, entkernen, raspeln und Maracujas sowie Aprikosen einweichen
  • Limette sowie Orange waschen und Schale abreiben
  • Nüsse und Kerne ggf. einweichen (je nachdem, welche ihr verwendet)
  • Mandeln, Hanfsamen und Kürbiskerne im Gefrierbeutel mit Nudelholz grob zerkleinern und in Schüssel mit gekeimtem Buchweizen bzw. Quinoa und Orangen- sowie Limettenabrieb vermischen
  • Kakaonibs, Leinsamen und geraspelte Äpfel zufügen
  • Trockenfrüchte abgießen (Wasser unbedingt auffangen!) und zufügen
  • Datteln mit ca. 120-150 ml Einweichwasser, Gewürzen, Carob und Lucuma im Hochleistungsmixer zu homogener Paste verarbeiten
  • diese mit Müslimix manuell vermengen, so dass alles gut benetzt
  • Masse auf Dörrfolien gleichmäßig locker ausbreiten und ca. 10 Stunden bei 40°C trocknen lassen, dann alles wenden und weitere 10 Stunden dehydrieren

Im Gegensatz zum Originalrezept habe ich diverse kleine Änderungen vorgenommen. Ich habe u.a. den Anteil der Nüsse bzw. Kerne minimiert (ist für mich bekömmlicher); die Menge der Trockenfrüchte reduziert und auch säuerliche Sorten wie Maracujas, Orange oder Limette integriert sowie den Kokosblütenzucker komplett eliminiert, da ich es nicht zu süß mag, sondern lieber crunchy mit einer ausgeglichenen süß-säuerlichen Fruchtnote.

Um den Buchweizen in dieser speziellen Form herzustellen, lasst ihr ihn einfach 2-3 Tage ankeimen. Eine detaillierte Anleitung findet ihr in diesem Essay. Ihr könnt die Basis beliebig nach eurem Gusto variieren und auf diese Weise die Nüsse/ Kerne/ Saaten integrieren, die ihr präferiert. Auch bei den Trockenfrüchten bzw. Süßungsmitteln könnt ihr variieren. Ich habe mich hier – wie erwähnt – bewusst für Aprikosen, Datteln und Maracujas entschieden, da sie eine nicht ganz so große Süßkraft wie z.B. getrocknete Feigen, Mangos, Ananas oder Cranberries besitzen, die ihr allerdings auch verwenden könnt. Deren Einweichwasser müsst ihr unbedingt auffangen, da daraus die pastöse Masse entsteht, die dann das Grawnola benetzt, so dass auf diese Weise beim Dehydrieren die Knuspertextur entsteht.

Die Aromen in dieser Kombination harmonieren grandios miteinander. Eine für mich völlig ausreichende Süße, eine leicht säuerliche Fruchtigkeit durch die Orange und Limette mit einer schokoladig-herben Note – rundum perfekt. Dazu noch der krosse Crunch durch die gekeimten und getrockneten Buchweizen und die grob gehackten Kerne – megalecker. Ein leicht karamelliger Flavor entsteht durch das Carob und die Dattelpaste, die sich wunderbar in das Geschmacksspektrum einfügen ohne das Gesamtbild zu dominieren. Abgerundet durch den dezenten Einsatz der Gewürze entsteht eine großartige Komposition, die bei mir ein absolutes Suchtpotential erzeugt. Und da stehe ich nicht allein da – auch meine Mutti konnte gar nicht mehr aufhören zu naschen und das, obwohl sie nicht gerade zu den besonders großen Müsli-Fans gehört.
Ich kann euch dieses Grawnola aus vollster Überzeugung wärmstens ans Herz legen. Die Originalzusammensetzung findet ihr übrigens in Boris Lausers Buch „Go Raw Be Alive“ – dem Standardwerk der rohköstlichen Gourmetküche. Auch wenn sich die Zubereitung ein wenig aufwendiger gestaltet, solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen. Ich kann euch versichern – das Resultat wird euch mehr als angemessen entschädigen und ihr werdet es nicht bereuen. Ich möchte dieses fantastische Knuspermüsli nicht mehr missen und mein Dörrgerät läuft aktuell mal wieder auf Hochtouren für die nächsten Portionen. Falls ihr keines besitzt, müsste die Zubereitung theoretisch auch im normalen Backofen funktionieren. Hier solltet ihr das Grawnola auf niedrigster Stufe mit leicht geöffneter Tür über mehrere Stunden trocknen lassen. Allerdings wird dann vermutlich die Rohkostqualität nicht mehr gewährleistet sein. Aber wenn ihr darauf keinen Wert legt und diese Rezeptinspiration einfach nur aus Neugier mal ausprobieren wollt, dann feel free 😊.

Bei Fragen oder Anregungen schreibt mir gern euer Feedback in die Kommentare oder via Facebook bzw. Instagram.

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.