Vegane Frikadellen aus Jackfrucht

Frikadellen? Vrikadellen!!!

Eine kleine Anekdote, wie ich meine carnivore, mischköstliche Verwandtschaft hinters Licht führte, möchte ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten. Und keine Sorge: es handelt sich hierbei nicht um einen zusatzstoff-überladenen Fleischersatz in Form von irgendwelchen Convenienceprodukten.

Kurze zur Vorgeschichte…

Im Februar 2017 habe ich auf der Biofach in Nürnberg den Stand von Jackie F – ein veganer Fleischersatz aus Jackfrucht – kennengelernt. Hier wurden mir zur Verkostung tierleidfreie Vrikadellen angeboten. Schon damals glaubte ich meinen Gaumen nicht zu trauen. Ich war der vollsten Überzeugung gerade tatsächlich Fleischbällchen verzehrt zu haben. Unglaublich! Ich war absolut verblüfft und gleichzeitig fasziniert. Eines stand für mich bereits zum damaligen Zeitpunkt fest: diesen genialen Gaumenschmeichler musste ich unbedingt Zuhause ausprobieren. Großzügig bekam ich eine Dose Bio-Jackfruchtfleisch von Jackie F inklusive Vrikadellen-Rezept geschenkt. Vielen lieben Dank noch einmal an dieser Stelle!

Des Weiteren stattete ich u.a. noch dem Stand „Undines Gold“ der Firma Viva Maris einen Besuch ab. Das Unternehmen gehört zu den führenden Spezialisten im Bereich der Lebensmittelproduktion aus Algen. Hier erhielt ich als kleines Goodies ein veganes Algengrillgewürz, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanken möchte! Diese beiden Ingredienzien dienten mir neben den folgenden Bestandteilen als Basis meines „ESSperiments“:

Zutaten für ca. 10 Stück

  • 1 Dose Jackfrucht à 400 g
  • 1 Kartoffel
  • 2 EL Mandelmehl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1-2 TL mittelscharfer Senf
  • Algengrillgewürz nach Geschmack
  • Salz nach Geschmack
  • Pfeffer nach Geschmack
  • Petersilie nach Geschmack
  • 2 EL Kokosöl zum Braten

Zubereitung

  • Kartoffel waschen, gar dämpfen und mit Gabel zerdrücken
  • Knoblauch und Zwiebel waschen, schälen und klein schneiden
  • Jackfruchtfleisch manuell zerbröseln, mit etwas Mandelmehl bestäuben und mit 1 EL Kokosöl in Pfanne leicht bräunlich anbraten
  • Zwiebel- und Knoblauchwürfel zur Kartoffel geben, mit Jackfruchtfleisch, restlichem Mandelmehl, Grillgewürz, Senf, Petersilie, Salz und Pfeffer vermengen, so dass formbare Patties entstehen
  • Teiglinge mit restlichem Kokosöl in Pfanne beidseitig ca. 5 min. anbraten

Im Originalrezept werden zum Würzen lediglich Salz und Pfeffer verwendet. Da mir das Grillgewürz zur Verfügung stand, habe ich ebenfalls etwas hinzugefügt. Alternativ könnt ihr auch Rauchsalz verwenden, um das Umamiaroma zu intensivieren, so dass euer veganer Fleischersatz noch realistischer schmeckt. Die TK-Petersilie habe ich als additive Zutat eingearbeitet, da ich aus der letzten Gartensaison einen relativ großen Vorrat angelegt habe. Die Semmelbrösel habe ich ersatzlos gestrichen, da ich im Moment keine vorrätig hatte. Bei mir reichten das Mehl und der Senf zur optimalen Bindung vollkommen aus. Mandelmehl könnt ihr im Übrigen relativ einfach selbst herstellen. Dazu püriert ihr ganze Mandeln solange im Blender bis sie den gewünschten Mahlgrad aufweisen. Dazu wurden ein cleganer Rotkrautsalat und vegane Ofen-Kroketten aus dem Bioladen gereicht.

Verwandtschaft komplett hinter’s Licht geführt

Meine Verwandtschaft war absolut begeistert. Ich hatte ihnen im Vorfeld lediglich mitgeteilt, dass ich die Frikadellen aus einem ganz exquisiten Ausgangsprodukt hergestellt habe. Die geäußerten Vermutungen amüsierten mich auf’s Herzlichste – von Bison über Känguru bis hin zum Strauß reichten die Spekulationen. Umso größer die Verblüffung als ich ihnen eröffnete, dass es sich um das Fleisch der Jackfrucht handelte, von welcher sie bis dato noch nie gehört hatten.

Junge Jackfrucht – perfekter veganer Fleischersatz

Also portraitierte ich in Kurzform, was sich hinter dem exotisch anmutenden Namen verbirgt: Das Superfood des Jackfruchtbaums gehört zur Familie der Moraceae (Maulbeergewächse) und wird hauptsächlich in der asiatischen Küche verwendet. Aufgrund ihrer fleischartigen Konsistenz dient die junge, unreife Frucht als perfekte Alternative zur Herstellung veganer Frikadellen, Burgerpatties oder auch als Gulasch. Die Frucht enthält vor allem Kalium, Calium, Magnesium sowie die Vitamine B1, B2, B3, B6 und E. Somit erweist sie sich als eine optimale Vitalstoffquelle zur Kreation cleaner und vollwertiger Speisen.

Frikadellen aus Jackfrucht mit Kroketten an Rotkrautsalat
Das fertig angerichtete Menü

Fazit

Normalerweise stehen meine omnivoren Verwandten der veganen Ernährung eher kritisch gegenüber, doch an diesem Tag wich ihre Skepsis dem Erstaunen und Interesse, so dass ich dieses gemeinsame Festmahl noch für sehr sehr lange Zeit in absolut positiver Erinnerung behalten werde.
Zukünftig werde ich diese geniale Vitalstoffbombe definitiv in meinen Ernährungsplan integrieren und noch einige kreative (und hoffentlich delikate) Speisen daraus zubereiten.

Kanntet ihr bereits die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der jungen Jackfrucht als veganer Fleischersatz? Habt ihr schon Gerichte auf deren Basis zubereitet? Falls ja, dann postet mir unbedingt eure Rezepte und Inspirationen. Schaut auch gern mal bei „fit4fanny“ auf Facebook und Instagram vorbei. Ich freue mich immer über einen Besuch eurerseits.

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