frische Datteln

Datteln

Als Datteln werden die Früchte der Echten Dattelpalme (lat. Phoenix dactylifera) bezeichnet. Das „Brot der Wüste“ – wie sie auch genannt werden –  gehört zur Familie der Arecaceae (Palmengewächse). Datteln werden in drei Formen im Handel angeboten: frisch, tiefgefroren und getrocknet. Die ersten beiden Varianten finden sich seltener. Frische Exemplare werden meist im Bioladen oder Reformhaus veräußert. Ich beziehe die Sorte Deglet Nour („Finger des Lichts“) immer dehydriert und bereits entsteint. Meine erfüllen die Anforderungen der Rohkostqualität, da sie erntereif in der Sonne getrocknet werden. Achtet generell beim Kauf von Trockenfrüchten darauf, dass sie ungeschwefelt, ungezuckert, frei von Konservierungsstoffen sind und möglichst Bioqualität aufweisen. Gerade geschwefelte Früchte können zu Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden führen. Hierbei werden sie während der Trocknung mit Schwefeldioxid versetzt, um das Nachdunkeln zu unterbinden.
Seltener verwende ich Medjoul-Datteln. Sie sind weicher, größer und nach meinem Empfinden wesentlich süßer (für mich fast zu intensiv) als die Deglet Nour.

Wertvolle Inhaltsstoffe und Funktionen

Vitamine
  • Vitamin B6 (ca. 0,1 mg): Protein- und Fettstoffwechsel; Hämoglobinbildung (roter Blutfarbstoff); Immunfunktion; Bildung von Botenstoffen; Beeinflussung der Hormonaktivitäten
  • Folsäure (ca. 20 µg): Zellteilung- und Neubildung; Blutbildung; Coenzym im Aminosäurestoffwechsel
  • Niacin (ca. 2 mg): Energiegewinnung (wasserstoffübertragendes Coenzym im gesamten Stoffwechsel); Regeneration von Haut und Muskeln; DNA-Replikation; Zelldifferenzierung
Mineralstoffe
  • Calcium (ca. 65 mg): Bausubstanz für Knochen und Zähne; Blutgerinnung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Regulation des Herzrhythmus; Muskelkontraktion; Impuls- und Reizübertragung an Nerven (intrazellulärer Messenger); diverse Enzymaktivitäten
  • Eisen (ca. 2 mg): Hämoglobin- und Myoglobin-Bestandteil; Sauerstoffspeicherung- und transport; Energiegewinnung; Immunabwehr; Baustein von Enzymen
  • Kalium (ca. 650 mg): Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts; Reizübertragung; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Muskelkontraktion; Enzymaktivator; Herzfunktion
  • Kupfer (ca. 300 µg): Produktion der Erythrozyten (rote Blutkörperchen); Enzymbestandteil; Stärkung der Immunfunktion
  • Magnesium (ca. 50 mg): Enzymaktivator bzw. -inhibitor; Aufrechterhaltung des elektrochemischen Gleichgewichtes; Reizübertragung; Synthese von Fettsäuren und Proteinen; Kontrolle der Muskelkontraktion (extrazellulär als Calcium-Antagonist)
  • Phosphat (ca. 60 mg): Aufbau und Festigung der Knochen und Zähne; Energiequelle im Zellstoffwechsel (in Form von ATP); Beteiligung am Säure-Basen-Haushalt als Phosphat-Puffersystem; Bestandteil von Amino- und Nukleinsäuren
  • Zink (ca. 0,5 mg): Enzymaktivator- und bestandteil; Wachstumsvorgänge (Bestandteil von Transkriptionsfaktoren); Insulintransport- und speicherung; Immunfunktion (Transformation von T-Lymphozyten)
Weitere
  • Ballaststoffe: Verdauungsförderung
  • Aminosäuren (v.a. Tryptophan etc.): Bildung von Melatonin (Hormon, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert)

Die Mengenangaben stellen lediglich Durchschnittswerte dar und beziehen sich jeweils auf 100 g des entsprechenden Lebensmittels.
Für weiterführende Informationen zu den relevanten Makro- und Mikronährstoffen, klickt auf diese Übersicht. Dort habe ich euch die Portraits der einzelnen Vertreter verlinkt.

Lagerung

Frische Datteln halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks max. 4-5 Tage frisch. Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass sie eine pralle und schwach glänzende Hautschicht aufweisen. Die dehydrierte Variante hingegen besitzt aufgrund des Wasserentzuges während des Trocknungsprozesses eine extrem lange Haltbarkeit, wenn sie kühl, luftdicht verschlossen und trocken gelagert wird. Das „Brot der Wüste“ darf in meinem Vorratsschrank nicht fehlen.

Verarbeitung

Die Früchte dienen mir aufgrund ihres honigsüßen, nougatartigen Geschmacks neben überreifen Bananen, Mangos, Kakis sowie unseren garteneigenen Obstsorten in erster Linie als Süßungsmittel. Ob als pürierte Früchte oder als Dattelpaste in Gebäcken, Dips und Brotaufstrichen – sie sorgen für die ausreichende notwenige Süße, so dass ich niemals auf künstlichen Kristallzucker zurückgreife.
In Kombination mit Kakaobohnen, mit denen ihr sie füllen könnt, erhaltet ihr einen schnellen und wahnsinnig leckeren Schoko-Snack für zwischendurch aus lediglich zwei Zutaten. Im Sommer bilden sie neben Cashews oder Kokosraspeln die Grundlage meines rohveganen Eisrezeptes – laut meiner Mutti das beste der Welt.

Rezeptinspirationen

Falls ihr Fragen, Anregungen oder Tipps habt, dann postet mir gern euer Feedback in den Kommentaren oder via Facebook.


Quellen:

Die dargelegten Informationen entstammen hauptsächlich dem Erfahrungsschatz meines Opas, meiner Mutti und mir sowie  meinen Mitschriften aus den folgenden Vorlesungen meines Pharmaziestudiums an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena von 2003 – 2007 und der nachfolgenden Literatur:

  • Vorlesung: „Pharmazeutische Biologie“ aus dem 1.-3. Semester – Dozent: Dr. Bernd Liebermann
  • Vorlesung: „Ökotrophologie“ aus dem 4. Semester – Dozent: PD Dr. Volker Böhm
  • Vorlesung: „Biochemie“ aus dem 5. Semester – Dozent: Prof. Dr. Thomas Winckler
  • Hofmann, I.; Carlsson, S.: Die große Ernährungstabelle, 2. Auflage, Bassermann Verlag, 2006
  • Souci, S.; Fachmann, W.; Kraut, H.: Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwerttabellen, 8. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016
  • Software NutriGuide® by Nutri Science GmbH, 2017: Jacobistraße 39, 79104 Freiburg

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