Chili Non Carne trifft Bolognese – Resultat: „Chili-Rohlognese“

Obwohl ich in meiner ökopharmazeutischen Versuchsküche sehr viel und gern experimentiere, muss ich jedoch an dieser Stelle ein Geständnis ablegen, was vermutlich die meisten überraschen wird. Ich gehöre zu den absoluten Kochmuffeln. Ein Gericht komplett von A-Z an Herd und Ofen zuzubereiten, stellt für mich eher ein notwendiges Übel dar (vielleicht bin ich genau aus diesem Grund der veganen Rohkost so extrem zugewandt 😅).
Davon abgesehen schmecken mir Gerichte mit einem beachtlichen Rohanteil deutlich besser und sind für meinen Körper auch wesentlich zuträglicher. Sobald ich viel Frischkost zum Mittag verzehre, falle ich im Anschluss nicht dem berühmten „Verdauungskoma“ zum Opfer, sondern bin auch am Nachmittag absolut vital und fokussiert. Dennoch hatte ich als Kind bzw. junge Erwachsene zwei ganz besondere Lieblingsgerichte: zum einen Spaghetti Bolognese (was für eine Überraschung) und Chili con bzw. später non carne. Klar habe ich diese Leibspeisen extrem genossen, aber danach war ich reif für die Insel.
Umso glücklicher bin ich just in diesem Moment, denn ich habe beide Zubereitungsformen erfolgreich in einer rohköstlichen Variante kombiniert – perfekt für die sommerlich heißen Temperaturen.

Zutaten für Gemüsenudeln:

  • 2 Möhren
  • 2 mittelgroße Gurken
  • 1 Zucchino
  • 2 TL Salz

Zutaten für Sauce:

  • 5 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 Datteln
  • 3 Chilis
  • 3 getrocknete Tomaten
  • Saft einer halben Limette
  • 1 Handvoll Schnittlauch
  • 1 Handvoll Oregano
  • 1 Handvoll Liebstöckel
  • 1 EL Leinöl
  • 1 EL Sojasauce
  • 2 Handvoll Mais
  • ¼ TL Salz
  • 20 g Nusshack
  • Gewürze nach Geschmack (hier: Paprikapulver edelsüß, Pfeffer, ggf. Chilipulver)

Zubereitung:

  • Gurken, Möhren und Zucchino waschen, mit Spiralschneider Spaghetti herstellen, einsalzen und ca. 30 Minuten zum Auswässern stehen lassen
  • Liebstöckel, Oregano und Schnittlauch waschen, letzteres klein schneiden
  • Limette waschen, halbieren und auspressen
  • Zwiebel, Tomaten, Chilis sowie Knoblauch waschen und zusammen mit getrockneten Tomaten, Limettensaft, Öl, Sojasauce, Salz, Gewürzen, Oregano, Liebstöckel, Datteln und Chilis im Hochleistungsmixer zu Sauce pürieren
  • danach Mais, Nusshack und Schnittlauch in Sauce integrieren
  • Spaghetti auswringen, Wasser entfernen und mit Sauce vermischen
  • ggf. mit karamellisierten Zwiebeln und Champignons zusammen anrichten

Ein geniales rohköstliches Sommergericht – garantiert ohne Völlegefühl und Verdauungskoma. Die Leistungsfähigkeit und körperliche Agilität bleiben erhalten. Gerade jetzt – zur Gartenhochsaison – bereitet es mir besondere Freude unsere Tomaten, Maiskolben, Gurken, Zucchini, Chilis, Zwiebeln und Knoblauchknollen zu verarbeiten und spannende neue Gerichte zu kreieren. Und in der Tat: es funktioniert auch ohne Kochen und Erhitzen.
Wichtig: um eine schöne al-dente-Konsistenz der Gemüsenudeln zu erzielen, solltet ihr sie wie oben beschrieben unbedingt einsalzen. Auch wenn der Schritt aufwendig erscheint, empfehle ich ihn unbedingt. Das Rezept für dieses geniale Nusshack verlinke ich euch an dieser Stelle. Es kommt bei mir ganz ubiquitär zum Einsatz. In diesem Fall wird dadurch das Bolognese-Feeling perfekt imitiert. Die Balance zwischen Säure, Pikanz, Süße und Schärfe ist für mich optimal getroffen. Allerdings liebe ich es sehr feurig auf der Zunge und verwende aus diesem Grund immer die vollständigen Chilischoten. Im Normalfall solltet ihr die weißen Kerne besser herauskratzen. Die Süße richtet sich nach dem Säuregrad der Tomaten. Da ich unsere immer sonnengereift abernte und ganz frisch verarbeite, benötige ich nur sehr wenig davon in Form von Datteln. Auch hier solltet ihr nach eurem Gusto abschmecken.
Für eine weitere Geschmacksnuance integriere ich sehr gern noch marinierte gedörrte Champignons sowie karamellisierte Dörr-Zwiebeln in das Gericht, wodurch sowohl eine zusätzliche Textur entsteht als auch das Geschmacksbild abgerundet wird, so dass bei jedem Bissen nicht nur eine andere Aromennote vorherrscht, sondern auch ein spannenderes Mundgefühl erzielt wird. Der Verzehr wird nie langweilig.
Die Zwiebeln und Champignons habe ich über mehrere Stunden in meiner Standard-Basismarinade (nach dieser Anleitung) ziehen lassen und anschließend im Dörrgerät über ca. 10 Stunden getrocknet.
Die angegebene Menge reicht für 2 Portionen. An arbeitsintensiven Gartentagen schaffe ich allerdings auch alles auf einmal 😉.

In diesem Sinn lade ich euch herzlich ein das Rezept unbedingt einmal auszuprobieren. Übermittelt mir in diesem Zusammenhang gern euer Feedback in den Kommentaren oder auf Facebook bzw. postet eure Fotos auf Instagram

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.