Brennnessel Cracker glutenfrei

Brennnessel-Spirulina-Cracker: regionaler Superfood-Snack

Viele degradieren sie zum „lästigen Unkraut“, doch für mich gehört sie zum Inbegriff eines regionalen Superfoods. Es handelt sich, wie ihr bereits dem Titel entnehmen konntet, um eine der besten pflanzlichen Calciumquellen – die Brennnessel. Überall, wo nährstoff- bzw. stickstoffreiche Böden mit ausreichend Feuchtigkeit vorhanden sind, ist das Wildkraut aus der gleichnamigen Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) anzutreffen. Je nach Stickstoffangebot erreicht sie Wuchshöhen zwischen 40 cm bis zu 3 Metern.
Allerdings muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich eine absolute Mimose bin, was ihre Nesselwirkung betrifft. An den Blättern und Stängeln sitzen die berühmt berüchtigten Brennhaare. An deren Spitze befindet sich das Trichom, das bei Berührung aufbricht und Flüssigkeit in die Haut injiziert. Diese besteht u.a. aus Ameisensäure, Histamin (ein biogenes Amin, was als Botenstoff bei Entzündungsreaktionen und Allergien fungiert) sowie dem Neurotransmitter Acetylcholin. Das führt dazu, dass die Haut anschwillt und zu jucken beginnt. Doch jenes Problem hält mich natürlich nicht davon ab sie trotzdem extensiv in meinen Ernährungsplan zu integrieren – z.B. in Form der folgenden super gesunden Brennnessel-Rohkostcracker:

Zutaten für ca. 60 Stück

  • 3 Handvoll Brennnesseln
  • 3 Zwiebeln
  • 1 mittelgroßer Apfel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 4 EL Hefeflocken
  • 1 TL Salz
  • 5 getrocknete Tomaten
  • 2 TL Spirulina
  • 1 Chilischote
  • 2 EL Sojasauce
  • 120 g Leinsamen
  • Gewürze nach Wunsch (hier: Muskat, Pfeffer, Paprika edelsüß, Schabzigerklee, Kumin)

Zubereitung

  • Dörrgitter mit Dauerback- oder Dörrfolie belegen
  • Brennnesseln waschen und grob klein schneiden
  • Apfel waschen, entkernen und vierteln
  • Knoblauch, Chili und Zwiebeln waschen, schälen und klein schneiden
  • Zwiebeln mit Brennnesseln, Chili, Apfelstücken, Sojasauce, Knoblauch sowie getrockneten Tomaten im Hochleistungsmixer fein pürieren
  • Leinsamen mit Gewürzen und Hefeflocken in Schüssel mischen, Gemüsepüree zufügen und alles zu homogenem Teig verarbeiten
  • Masse auf Dörrfolie geben, gleichmäßig verteilen, mit Teigschaber einritzen und bei 40°C ca. 14-15 Stunden trocknen lassen (nach Hälfte er Zeit von Folie lösen, wenden und direkt auf Gitterrost zu Ende trocknen)

Die Brennnessel-Rohkostcracker schmecken absolut traumhaft. Das krautige, spinatartige Aroma der Wildpflanze harmoniert ausgezeichnet mit den pikant-würzigen Lauchgewächsen. Durch den Apfel erhält der Rohkostsnack eine fruchtig-liebliche Note, die das Gesamtwerk wunderbar abrundet. Für die Extraportion Chlorophyll und Protein integriere ich zusätzlich noch die Mikroalge Spirulina. Ich beziehe mein Produkt immer von einer Algenfarm in Klötze – also direkt aus dem Nachbarbundesland, wo ich auch schon persönlich vor Ort war.

Königin der Heilpflanzen

Die Brennnessel gilt für mich als Königin der Heilpflanzen, denn pharmazeutisch lassen sich alle Bestandteile zur Anwendung bringen. Das Kraut lindert Arthrose sowie rheumatische Beschwerden und wirkt – genau wie auch die Blätter – dazu noch entwässernd, so dass sie als Tee oder in Form von Smoothies geradezu für Detox- und Entgiftungskuren prädestiniert sind. Auch bei Entzündungen der ableitenden Harnwege wird sie erfolgreich eingesetzt. Die Wurzel hingegen hilft bei Prostata-Beschwerden. So vermindert sie die Restharnmenge sowie den Harnfluss. Für die Wirkung der Brennnessel zeigen sich vor allem Flavonoide wie Quercetin und Kämpferol, Phytohormone (β-Sitosterin) und Gerbstoffe verantwortlich.

Grandiose Mikronährstoffbombe

Daneben enthält sie sehr viele wertvolle Vitamine  – z.B. B1, B2, B6, C und β-Carotin. An Mineralstoffen sind u.a. Eisen, Calcium, Zink, Kalium und Magnesium vertreten. Außerdem liefert das Wildkraut hochwertige Proteine und wichtige essentielle Aminosäuren.
glutenfreie brennnessel-rohkostcrackerIhr merkt schon, ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus und könnte die Liste noch beliebig lang fortsetzen.
Deshalb mein Appell an euch: probiert die Heilpflanze unbedingt mal aus, falls ihr sie nicht schon längst für euch entdeckt habt. Ich kann euch versprechen, es lohnt sich definitiv dieses regionale Superfood in den Ernährungsplan zu integrieren und von ihren zahlreichen Heilwirkungen und positiven Effekten zu profitieren. Ein weiterer riesiger Vorteil: ihr erhaltet sie zum Nulltarif, denn sie wächst ubiquitär in der Natur.

Zubereitung auch im Backofen möglich

Ihr habt Appetit auf diese leckeren Brennnessel-Rohkostcracker bekommen, seid aber nicht im Besitz eines Dörrgerätes? Kein Problem! Ihr könnt sie auch im normalen Backofen zubereiten. Dafür stellt ihr den Herd auf die niedrigste Stufe und lasst die Tür einen kleinen Spalt geöffnet (ihr könnt z.B. einen Holzlöffel dazwischenschieben).

Kleiner Lifehack für Brennnessel-Sammler

Kleiner Tipp für alle „Brennnnessel-Mimosen“ – wie mich: tragt beim Sammeln am besten Handschuhe und wascht die Blätter gründlich unter fließendem Wasser ab. Dadurch wird die Brennwirkung drastisch reduziert, so dass ihr beim Verzehr davon nichts mehr spüren werdet.

In dem Sinn wünsche ich euch ganz viel Spaß beim eventuellen Zubereiten dieser glutenfreien Brennnessel-Rohkostcracker. In diesem Fall freue ich mich wie immer über euer Feedback in den Kommentaren oder auch via Facebook und Instagram

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